Netzwerktreffen Berlin im Orange Lab

Am 20. und 21. November fand in Berlin das zweite Projekttreffen zu “HOME NOT SHELTER!” statt. Wie schon in Frankfurt trafen sich die fünf beteiligten Hochschulen, um gemeinsame Strategien zu integrativen Wohnlösungen für Studierende gemeinsam mit Flüchtlingen weiterzuentwickeln. Es standen Vorträge von beteiligten Professoren und Außenstehenden auf dem Programm, eine Podiumsdiskussion und eine Präsentation der Studentenarbeiten.

Den Auftakt am Freitag bildeten Pecha-Kucha Vorträge der Studierenden. Jedes Projekt sollte in zwei Minuten und vier Folien vorgestellt werden, um so schnell einen Überblick über den Stand der Projekte und die behandelten Themen zu geben. Die Ansätze der Hochschulen sind verschieden, doch die Idee, ein kooperatives, integratives Projekt zu verfolgen, wohnt jedem inne. Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein!

Nach einem kurzem Fazit durch die Dozenten Ralf Pasel (TU Berlin), Hans Drexler (Jade Hochschule Oldenburg), Alexander Hagner und Marina Döring-Williams (TU Wien) und Sophie Wolfrum (TU München) folgten weitere Vorträge, unter anderem von Prof. Dr. Philipp Misselwitz, der das Projekt „Habitat Unit“ vorstellte. Das Thema Kochen als verbindende Aktivität ist Kern von “Kitchen on the Run”, das von der TU Berlin durch Prof. Donatella Fioretti betreut wird. Auch die Kiron University, die es geflüchteten Studierenden oder Studieninteressierten ermöglicht, auch ohne gültigen Asylbescheid Hochschulkurse zu absolvieren und einen Titel zu erhalten, wurde vorgestellt. Zudem folgte ein Vortrag von Daniel Kerber über sein Unternehmen MORE THAN SHELTERS., welches die sogenannten Domos, ein Zeltsystem für Flüchtlingslager und Krisensituationen, entwickelt hat.

Nach einem Catering von Peace & Love Food, bei dem Ehrenamtliche mit Flüchtlingen kochen, folgten zwei Kurzvorträge von Jörg Friedrich (Universität Hannover) über den Flüchtlingsatlas, ein Beitrag von Sophie Wolfrum (TU München), sowie eine Podiumsdiskussion. Moderiert wurde von Ilka Ruby. Neben dem aktuellen Thema der Flüchtlingsunterbringung führte die Diskussion auch zu der Frage der Verantwortung der Architekten bei soziopolitischen Themen.

Die Beteiligten trafen sich danach noch im Klunkerkranich, der sich – thematisch zu einigen Ansätzen der Studierenden passend – auf einem Parkdeck über Neukölln befindet.

Tag 2 des Projekttreffens startete in der Schlesischen 27, einem Kultur- und Jugendverein, der Jugendlichen aus allen sozialen Schichten handwerkliche Projekte ermöglicht, um durch Beschäftigung und Erfolgserlebnis Perspektiven aufzuzeigen. Anschließend wurde im Haus der Kulturen der Welt die Ausstellung “Die Wohnungsfrage” besucht. Man kann in Originalgröße gebaute innovative Wohnformen erleben.

Schließlich ging das Treffen mit einem Vortrag von Joachim Schultz-Granberg, der über informelle Hochhaussiedlungen in Shenzhen referierte und einer anschließenden angeregten Diskussion aller beteiligten Dozenten und Studierenden zu Ende.

Das nächste Projekttreffen findet am 12/13. Dezember 2015 in Wien statt. Man darf sehr gespannt sein, wie der Input des Wochenendes in Berlin die Projekte der Studierenden beeinflusst hat.

TEXT: Sophie Hüller, BILDER: Barbara Lersch

 

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