Die Studierendenentwürfe der Leibniz Universität Hannover

Dies sind die Projekte der Finalisten, die die Leibniz Universität Hannover zu den Social Design Elevation Days geschickt hat. Die Studentinnen und Studenten haben spannende Entwürfe für die Frage nach gemeinsamen Unterkünften für Studierende und Geflüchtete gefertigt und dabei viel Sensibilität für die Bedürfnisse der Bewohner gezeigt. Hier sind die Projekte im Einzelnen:

 

DIY design, involving you!
KATHARINA BIER, JAN PHILIPP DRUDE, KIRA-MARIE KLEIN & LAURA WAANDERS

Hinter Involving you! steht die Idee, die zukünftigen Bewohner von Anfang an am Planungs- und Bauprozess zu beteiligen. Somit entsteht für die Mieter ein Wertgefühl gegenüber dem Gebäude, und die Wartezeit während des Asylverfahrens kann sinnvoll überbrückt werden.
Die Entwürfe für die Gemeinschaftshäuser stammen aus einem Wettbewerb unter Nachwuchsarchitekten und werden zusammen mit den Erschließungskernen zuerst gebaut. Sobald die ersten Bewohner dort eingezogen sind, Ort werden sie mithilfe von Workshops und Firmenpatenschaften in den Bau- und Planungsprozess ihres zukünftigen Hauses einbezogen. Darüber hinaus dient ein Katalog als Planungs-und Entscheidungshilfe.
Ein Kern enthält die Erschließung, Küche und Bad und besteht aus schnell aufbaubaren Plansteinen aus Porenbeton. Sie sind komplett standardisiert. Der Ausbau in Holzrahmenbau zwischen zwei Kernen erfolgt in Eigenleistung, ebenso wie die Innenwände in Trockenbauweise. Nachdem der Ausbau der ersten beiden Geschosse fertig ist, ziehen die Bewohner dort ein. Später kann bei Bedarf ein drittes Geschoss ausgebaut werden. Nachdem alle Bewohner in ihre eigenen Häuser gezogen sind, werden die Gemeinschaftshäuser als Büros für Start-Up Unternehmen, Sozialarbeiter, Psychologen, Gemeinschaftsräume und Einzelhandel genutzt.

 

HOF.HAUS
PAUL EICHHOLTZ, ALISA KLAUENBERG, TOBIAS HASSELDER & FABIAN WIECZOREK

Das Studierendenteam hinter HOF.HAUS erkannte dem Mangel an Rückzugsorten und Selbstbestimmung in großen Unterkünften die Ursache für Aggression und Frustration der Bewohner.
Ihr zweigeschossiger Entwurf, der als Holzskelettbau konzipiert wurde, ist für zehn Personen konzipiert und bietet für jeden einen ganz privaten Rückzugsort. Inspiriert von arabischen und asiatischen Wohnformen, entwarfen sie ein Wohnkonzept, das die privaten Räume minimiert – zugunsten eines großen und offenen Gemeinschaftsbereichs, der das soziale und räumliche Zentrum des Gebäudes ist.
Im unteren Geschoss befinden sich der offene Gemeinschaftsraum und Funktionsräume, oben die persönlichen Schlaf- und Badezimmer. Erschlossen werden die minimal dimensionierten Wohnzellen über vier Leitern aus dem zentralen Gemeinschaftsraum.
Gedacht eigentlich als temporärer Bau, kann das Gebäude aber auch längerfristig genutzt werden. Dafür ist es auch möglich, eine Treppe nachzurüsten, die die Leitern ersetzt und eine bequemere Erschließung bietet.

 

57squaremeterhouse
MATHIS HUISMANS &  P. JAKOB BOHLEN

Die Grundidee des Entwurfes war es, ein allgemeingültiges Konzept zu entwickeln, das ortsunabhängig geplant werden kann und erweiterbar ist. So entstand ein Wohnhaus in Holztafelbauweise, das in der Planung flexibel an unterschiedliche Bedürfnisse und Nutzungen anpassbar ist.
In einem kompakten Kern, der vorgefertigt auf einem LKW transportiert werden kann, sind die dienenden Räume wie Dusche, WC, Küche und Technik zusammengefasst. An dem länglichen Kern entlang entwickeln sich der Flur und die Wohnbereiche. Im gezeigten Beispiel beherbergen zwei Obergeschosse große Ateliers mit Arbeitsplätzen für Studenten.
Im Falle eines größeren Bauvorhabens kann sowohl in die vertikale, bis hin zu 3 Stockwerken, wie auch nahezu endlos in die Horizontale beliebig erweitert werden. Bei Erweiterung versetzen sich die Gebäude leicht zueinander, sodass vor den Wohnbereichen eine Terrassenzone ausgebildet wird, welche vom öffentlichen Raum Abstand gewinnt und den seitlichen Eingängen einen private Zone gewährt. Im Falle der Setzung auf dem Parkplatz vor der Fakultät für Architektur und Landschaft können vier Gebäude entstehen, welche bis zu 24 Personen aufnehmen können.

 

Die Studierendenentwürfe der anderen teilnehmenden Universitäten – der TU Wien, der TU Berlin, der TU München und der Jade Hochschule Oldenburg – befinden sich weiter unten. Kommentare und Anregungen sind gerne gesehen.
Alle Entwürfe sind noch bis zum 9. April 2016 in der Architekturgalerie München im Rahmen der Ausstellung WIR MACHEN DAS! zu sehen.

 

 

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