Home not Shelter! 48 Stunden Workshop in Berlin

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Am 4. und 5. Juli 2016 fand ein 48-Stunden Home not Shelter! Workshop statt. Dazu kamen jeweils drei Studierende von der TU Berlin mit Ralf Pasel, der TU Wien mit Alexander Hagner, der Jade Hochschule in Oldenburg mit Hans Drexler, der Veldacademie in Rotterdam bzw. der TU in Delft mit Otto Trienekens sowie drei Mitarbeiter der Hans Sauer Stiftung mit Ralph Boch in Berlin zusammen.

Der Workshop fand in der Niederländischen Botschaft in Berlin-Mitte statt, die ein toller Gastgeber war und Räumlichkeiten und Verpflegung zur Verfügung stellte. Zudem wirkte eine Führung durch den von Rem Koolhaas entworfenen Bau der Botschaft als erste Inspirationsquelle.

Ziel des Workshops war in einem kurzen aber sehr intensiven Workshopformat Entwürfe zu gestalten, die drei Kriterien bedienen sollten: gemeinschaftliche Wohnlösungen für Studierende und Flüchtlinge, umsetzbar in einem Design-Build-Modus und zwar als Neubau.

Drei Teams, zusammengestellt aus jeweils einem Vertreter der teilnehmenden Institutionen, beschäftigten sich zunächst mit einer Fokussierung der Aufgabenstellung, wobei bereits unterschiedliche Schwerpunkte und Herangehensweisen gewählt wurden: So spielte für die eine Gruppe die Inklusion von Flüchtlingen bereits im Planungsprozess eine große Rolle, während eine andere Gruppe zunächst allgemeine Bedarfe von Flüchtlingen und Studierenden sammelte.

Am Abend des ersten Workshop-Tags hatten die Gruppen erste grobe Skizzen und Module entwickelt. Die gemischte Zusammensetzung der Teams stellte eine Bereicherung dar, da jeder sein Vorwissen aus bereits bestehenden Projekten und Entwürfen einbringen konnte. Dabei brachten z.B. die Wiener Studenten ihre Erfahrung aus dem Projekt Hawi ein, ein Home Not Shelter! Projekt, das im Sommer 2016 in Wien zur Umsetzung kommt.

Der zweite Tag wurde hauptsächlich dazu genutzt, konkrete Entwürfe zu zeichnen und zu bauen. Zudem gab es einen Input von Tobias Haag von der IBA Thüringen, der ein konkretes Grundstück vorstellte, an dem eine Umsetzung möglich sein könnte. Zudem unterstütze er die Teams mit seinem Wissen und gab wertvolle Tipps.

Am Abend kam es dann zur Abschlusspräsentation, bei der sowohl der Entstehungsprozess der Entwürfe als auch die Entwürfe selbst vorgestellt wurden. Eine Gruppe hatte sich mit der Entwicklung von kompakten Wohnelementen in T-Form beschäftigt, die von Bewohnern selbst gestaltet werden können. Durch die verschiedene Anordnung der Elemente auf der Grundstückfläche entsteht eine interessante Mischung privater und öffentlicher Räume. Eine andere Gruppe beschäftigte sich mit dem Prozess des gemeinsamen Entwerfens von Flüchtlingen und Studierenden und den Bedarfen der verschiedenen Betroffenen. Hierbei stand eher eine allgemeine Prozesshilfe im Vordergrund und kein konkreter Entwurf.
Die dritte Gruppe beschäftigte sich mit der Entwicklung einer Infrastruktur, die dann von den zukünftigen Bewohnern ‚fertig gebaut‘ werden kann. Der Schwerpunkt lag hier auf die Bereitstellung von vor allem räumlicher und technischer Infrastruktur, um die zuvor erarbeitenden Bedarfe an Privat- und Gemeinschaftsräumen befriedigen zu können.

Zur Abschlusspräsentation und –kritik kamen Susanne Hofmann von den Baupiloten, Caro Baumann von morePLatz, Christiane Sauer von der Kunsthochschule Weißensee und Eike Roswag von ZRS Architekten dazu und gaben wertvolles Feedback zu den Entwürfen. Im Anschluss ließ man die arbeitsintensiven und spannenden Tage bei einem gemeinsamen Abendessen in Clärchens Ballhaus ausklingen.

Die verschiedenen Herangehensweisen an den Kurzentwurf für ein Design-Build-Konzept zeigen die Komplexität von Selbstbauprojekten auf, aber auch, dass es mehr als einen Weg gibt für eine Umsetzung eines solchen Bauvorhabens.

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