Home not Shelter! – Ein Besuch in Wien bei der Traudi-Summerschool

Im Herbst 2015 hat die Hans Sauer Stiftung das hochschulübergreifende Projekt Home not Shelter ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist es, Wohnlösungen für Studierende und Geflüchtete zu schaffen. In Wien wurde wie bereits hier berichtet, das Projekt „Traudi“ ins Leben gerufen. Eine Gruppe von Architekturstudierender der TU Wien baut  dafür in einem großen Bestandsbau, ehemals ein Firmensitz von Siemens, zwei Etagen Bürofläche in ein Studentenwohnheim für Flüchtlinge und Studierende um. Mit„Traudi“ sind hier schon seit Juli engagierte Studierende zu Gange, die ein System entwickelt haben, wie sie die kargen Büroräume zu lebenswerten Studentenzimmern wandeln können, die viel Freiheiten zum Mitgestalten lassen. So werden z.B. Teile der Böden entfernt, so dass Sitzecken und Stauräume entstehen, oder Balken durch das gesamte Zimmer gezogen, die es zulassen, selber zu wählen, wie man den Raum gestalten und nutzen möchte. So soll dann gemeinsam mit den zukünftigen Bewohnern das finale Raumkonzept besprochen und umgesetzt werden. Jeder darf selbst entscheiden, ob er sein Bett gerne unter der Decke hätte und darunter einen Arbeitsbereich, den Schlafplatz doch lieber am Boden, dafür den Schreibtisch am Fenster usw… Den Möglichkeiten sind hier (fast) keine Grenzen gesetzt.

Zur Unterstützung der Wiener Studierenden sind im Rahmen einer Summerschool nun bereits seit Mitte September zehn Studierende der TU Berlin angereist, die sich mit den Gemeinschaftsflächen beschäftigen. Sie haben sich unterschiedliche Konzepte überlegt, wie man die  Zwischenräume, wahrscheinlich ehemals Konferenz- oder Besprechungszimmer, auf den Fluren umbauen und nutzen kann. Dabei spielte auch die optimale Nutzung der bestehenden Raumstrukturen sowie das Recycling von bestehenden Materialen eine Rolle wie z.B. von Bodenplatten, die durch das Traudi-Team entfernt worden sind, um in den Zimmern mehr Platz zu schaffen.

So entstehen zwei Aufenthaltsbereiche, die zum Verweilen, zum Relaxen aber auch zum Austausch und Miteinander einladen. Nachdem die erste Woche der Summerschool hauptsächlich dazu genutzt wurde, die in Berlin gemachten Entwürfe an die Gegebenheiten vor Ort an zu passen, wird nun seit zwei Tagen gebaut und man kann schon erahnen, wie individuell und gemütlich Aufenthaltsbereiche sein werden.

Ein weiterer Entwurf nutzt eine Gemeinschaftsfläche, die anfangs schwer zu nutzen schien, sehr vielseitig mit der Hilfe eines Supermöbels, welches sowohl als Werkbank oder Arbeitsfläche, Sitzplattform oder Kino genutzt werden kann.

Die Teilnehmer der Summerschool bauen nicht nur vor Ort sondern wohnen in den bereits fertiggestellten „Traudi“- Zimmern. Einige Flüchtlinge sind auch schon eingezogen und packen mit an. So entsteht ein buntes Miteinander, in dem jeder seine Wünsche und Vorstellungen von seinem neuen Zuhause einbringen kann. Bis zum 8. Oktober sollen die Bauarbeiten soweit abgeschlossen sein, damit passend zum Semesterstart auch alle weiteren Bewohner ihre Zimmer beziehen können. Die Caritas Wien betreut das Wohnheim – es sind noch Plätze frei, hier gehts zur Anmeldung!

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