Weitere Wohnideen für Geflohene: From Border to Home

Nach einem 2015 ausgeschriebenen Wettbewerb zu temporären Wohnformen für Geflohene stellte der finnische Pavillon auf der Biennale 2016 in Venedig die Gewinner und vier weitere interessante Ideen vor. Archdaily gibt einen Überblick über die Entwürfe. Zentral scheint die Nutzung bestehender Gebäude sowie der Aspekt der Vernetzung.

Die Gewinner Society Lab aus Italien (Cecilia Danieli, Omri Revesz, Mariana Riobom) schlagen vor, Besitzer_innen von leerstehenden Häusern mit Asylsuchenden schon vor deren Ankunft über eine Datenbank zu vernetzen und so die zahlreichen leerstehenden Häuser in Helsinki als Unterkünfte zu nutzen.

Society Lab ermöglicht mit der Nutzung von Leerstand die Integration Geflohener in bestehende Nachbarschaften und vermeidet unnötigen Neubauten (Quelle: archdaily.com)

Die deutschen Gewinner Enter the Void (Duy An Tran, Lukas Beer, Ksenija Zdesar, Otto Beer) schlagen eine stufenweise Nutzung leerstehender Bürogebäude vor. Diese könnten zunächst als Notunterkünfte genutzt werden und dann schrittweise zu öffentlichen Orten wie Bildungszentren in den unteren Stockwerken und privaten Wohnungen in den oberen Stockwerken umgebaut werden.

Die schrittweise Umgestaltung von Bürogebäuden zu einer Mischung aus privatem und öffentlichem Raum ermöglicht den Austausch der Bewohner_innen mit dem sozialen Umfeld (Quelle: archdaily.com)

Enter the Void erinnert an den Home not Shelter! -Beitrag „LEERSTAND GESUCHT“, der ebenfalls auf die Umnutzung bestehender Bürogebäude zu Wohnhäusern abzielt. Mit der Idee des Eigenbaus soll dabei zudem individueller Gestaltungsfreiraum geschaffen werden. Als erstes Home not Shelter! – Projekt wurde das Hawi in Wien in einem ehemaligen Bürogebäude realisiert und wird bereits von jungen Geflüchteten und Studierenden bewohnt.

Als dritter Gewinner wird der finnische Entwurf We House Refugees (Milja Lindberg und Christopher Erdman) vorgestellt. Vernetzung und Einbettung sollen hier durch flexible und staatlich subventionierte „Donor Apartments“ ermöglicht werden, die bei Bedarf in zwei – unabhängige aber verbundene – Apartments umgewandelt werden können und so einen Lebensraum für Geflohene bieten. Während das Apartment nicht benötigt wird, kann es als Teil der übrigen Wohnung genutzt werden.

Die „Donor Apartments“ ermöglichen eine flexible Nutzung – in Zeiten des Bedarfs werden sie zu einem Wohnraum für Geflohene, ansonsten stehen sie den Mietern frei zur Verfügung (Quelle: archdaily.com)

Die drei Gewinner legen damit spannende Ansätze vor, die es vermögen, über eine Unterbringung hinaus Vernetzung und die Einbettung in Nachbarschaften zu ermöglichen.

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