Begegnungsorte stärken Integration

Studie: Stabiles Klima in der Integrationsrepublik Deutschland

Einer Studie zufolge beurteilt die Mehrheit der Deutschen das Zusammenleben mit Auswanderern als positiv, sieht Geflüchtete als kulturelle und wirtschaftliche Bereicherung und ist weiterhin für deren Aufnahme – jedoch in begrenztem Umfang. Eingetrübt hat sich das Integrationsklima hauptsächlich dort, wo Menschen die persönliche Begegnung im Alltag fehlt.

Die bundesweit repräsentative Studie des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) erhob neben Einschätzungen zum Integrationsklima in Deutschland auch Haltungen zu Geflüchteten.

 

Begegnung schafft positives Integrationsklima

Befunde des SVR-Integrationsbarometers 2016 wurden in der Neuauflage bestätigt: Bildungsniveau, erlebte Diskriminierung und vor allem Erfahrung mit kultureller Vielfalt beeinflussen, wie Menschen das Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft einschätzen.
Thomas Bauer, Vorsitzender des SVR, kommentierte die Resultate in einem Beitrag des ARD-Hauptstadtstudios: Das Integrationsklima habe sich dort „eingetrübt“, wo „kulturelle Vielfalt nicht erlebt“ werde. Das gelte insbesondere für Menschen ohne Migrationshintergrund, die selbst wenig oder gar keinen Kontakt zu Personen mit Migrationshintergrund haben. Hier werde das Meinungsbild stärker von Medien und Dritten geprägt und sei dann weniger stabil. Vor allem in Ostdeutschland zeichne sich diese Tendenz ab. Gleichermaßen schätzen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund das Integrationsklima umso positiver ein, je
mehr direkten Kontakt sie mit kultureller Vielfalt haben – bei der Arbeit, in der Nachbarschaft, im Verein. Annette Widmann-Mauz, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung bekräftigte, dass es gerade deshalb wichtig sei, dass Migranten und Nichtmigranten sich möglichst viel begegnen – und dass die Schulen gestärkt werden.

Foto: Kitchen on the run

Um Begegnungsmöglichkeiten zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu schaffen – und dadurch Integration zu stärken – bedarf es an integrativen Wohnlösungen und Lebensräumen.

 

Kommunen tragen zu positiver Bilanz bei

Die meisten Befragten (mit und ohne Migrationshintergrund) sind mit der Flüchtlingsarbeit in ihrer Kommune zufrieden. Dabei sind jedoch regionale Unterschiede erkennbar: Im Süden beurteilen 80 % der Befragten ohne Migrationshintergrund die Arbeit der Kommunen in diesem Bereich als gut; in den Stadtstaaten tun das nur ca. 50 %. Eine mögliche Erklärung für die pessimistischere Einschätzung in städtischen Gebieten seien die angespannten Wohnungsmärkte. Denkbar ist auch, dass Flüchtlingsunterkünfte in städtischen Gebieten oft sichtbarer sind und die Bevölkerung, die Bedingungen der Unterbringung direkter mitbekommt.
Auf der anderen Seite bewerteten Menschen mit Migrationshintergrund die Arbeit der Kommunen in den Stadtstaaten etwas besser und im Süden etwas schlechter als Befragte ohne Migrationshintergrund.

Zur Studie „Stabiles Klima in der Integrationsrepublik Deutschland. SVR-Integrationsbarometer 2018“ des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration gelangen Sie hier.

Der Beitrag „Studie zu Zuwanderung. Mehrheit sieht Zuwanderung positiv.“ wurde am 17.09.2018 von Christoph Käppeler verfasst (ARD-Hauptstadtstudio).

 

Sonderauswertung: Integration in Bayern

Integration in Bayern wurde in bisherigen Studien hauptsächlich über den Erfolg von Migrantinnen und Migranten auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungssystem gemessen. Dabei sind alltägliche Erfahrungen des Miteinanders für den gesellschaftlichen Zusammenhalt (mindestens) genauso wichtig. Mit der Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2018 wurde erstmalig versucht, die Vielschichtigkeit von Integrationsprozessen in Bayern zu begreifen und zu erfassen. Erhebungen u.a. zu sozialen Kontakten zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Diskriminierungserfahrungen, Sprachgebrauch im Alltag und empfundener Zugehörigkeit sollen zu einer ganzheitlichen Betrachtung des Integrationsklimas beitragen.

Das Ergebnis: Insgesamt bewerteten die Befragten das Zusammenleben in Bayern genauso gut oder sogar besser wie das Zusammenleben in Deutschland.

Zu den detaillierten Ergebnissen der Studie „Integration in Bayern. Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2018“ des SVR gelangen Sie hier.

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