Integration gemeinsam gestalten. Bauworkshops in Stuttgarter Gemeinschaftsunterkunft

Home not Shelter! hat im letzten Jahr das sozialräumliche Umfeld der Gemeinschaftsunterkunft Burgholzstraße im Stadtteil Münster untersucht. Aufbauend auf einer detaillierten Bedarfsanalyse wurden in diesem Pilotprojekt Maßnahmen entwickelt, die das Ziel haben, die sozialräumliche Integration der Unterkunft in das Quartier zu verbessern.
Während einige Maßnahmen vorwiegend in der Unterkunft und für die Bewohner*innen Wirkung zeigen, sollen andere Maßnahmen auch das Quartier und seine Akteure erreichen oder sogar über das Quartier hinaus wirksam werden.

 

Phase 1: Umgestaltung der Gemeinschaftsräume

Als erste Maßnahme befasste sich Home not Shelter! mit der Umgestaltung der weitgehend ungenutzten Gemeinschaftsräume. In dem offenen und partizipativen Prozess wurden alle Beteiligten – Geflüchtete, Mitarbeitende der Sozialbetreuung, Anwohner*innen und Ehrenamtliche – miteinbezogen. In mehreren Workshops und Befragungen galt es zunächst die konkreten räumlichen Bedarfe zu ermitteln. Am stärksten war der Wunsch nach einem Raum der Konzentration und Ruhe, der ungestörtes Lernen ermöglicht. Über einen Zeitraum von zwei Monaten wurden im Anschluss gemeinsam mit einem Team von Geflüchteten Entwürfe erstellt und diskutiert, Raumanordnungen variiert und Regeln für den Lernraum bestimmt.

 

Zwei der vielen Entwürfe

Bauworkshops

Am 5. und 6. März wurden schließlich in einem gemeinschaftlichen Bauworkshop die Möbel aufgebaut und der Lernraum eingerichtet. Gemeinsam mit dem Team des werkraum – eine von der Hans Sauer Stiftung in München geförderte Holzwerkstatt für Geflüchtete – bohrten, verschraubten und lackierten rund 25 Bewohner*innen die halbvorgefertigten Möbelstücke.

 

 

Ergebnisse

Der Lernraum umfasst nun zwei Schreibtische mit Sichtschutzblenden, zwei Rückzugsboxen zum ungestörten Lernen und Lesen, eine Tafel für die gemeinsame Arbeit sowie ein Regal mit Schließfächern für persönliche Gegenstände und die in der Unterkunft bereits vorhandenen Chromebooks.

 

 

Die Verantwortung über den Raum liegt nun bei den Bewohner*innen der Unterkunft. Home not Shelter! wird die Bewohner*innen in den nächsten Wochen und Monaten in regelmäßigen Treffen begleiten, um den Aneignungsprozess nachhaltig wirksam zu machen.

Weitere Maßnahmen, die auch im Quartier und über das Quartier hinaus Wirkung zeigen können, werden derzeit von Home not Shelter! geplant.

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