Home not Shelter! 2 – Gemeinsam bauen und wohnen in Wien

Endlich ist es soweit: der zweite Band in der Reihe „Home not Shelter!“, ist erschienen!

Der konzeptionellen Arbeit der hochschulübergreifenden Initiative Home not Shelter! zu neuen Wohnformen für Geflüchtete und Studierende folgte im Sommer 2016 eine erste Realisierung in Wien. In der österreichischen Hauptstadt ist es Home not Shelter! – allen voran einer Gruppe von Studierenden der Technischen Universität Wien – gelungen, einen Teil eines Bürogebäudes in ein gemeinschaftliches Wohnheim zu verwandeln, das mittlerweile von einem Wohlfahrtsverband betrieben wird. Eine Projektidee, die als österreichischer Beitrag zur Architekturbiennale 2016 entstanden war, wurde aufgenommen und weitergeführt.

Die Publikation zeigt die bemerkenswerte Zusammenarbeit der Beteiligten, vom Hausbesitzer über den Betreiber, die beteiligten Hochschulen, eine Stiftung, die Studierenden bis hin zu den Geflüchteten, und dokumentiert den gesamten Prozess. Das Ergebnis ist ein überzeugendes Modellprojekt für alternative und partizipativ angelegte Formen der Schaffung von Räumen des Ankommens, des Zusammenlebens und des Übergangs.

 

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Die Publikation ist ab sofort hier im Jovis Verlag erhältlich. Die Veröffentlichung wurde von Thomas Levenitschnig (Port Folio Immobilen) unterstützt.

 

Solidarity-City München?! Konferenz

// Konferenz vom 28. bis  30. Juni 2019
Bellevue di Monaco und Münchner Stadtmuseum | Müllerstraße 2 – 6, 80469 München

„Die Grundidee einer Solidarity City, also einer solidarischen Stadt, ist bestechend einfach: Die Stadt ist für ALLE da, ganz unabhängig von finanziellen Möglichkeiten, Aufenthaltsstatus, Herkunft und Geschlecht. ALLEN ihren Bewohner*innen soll Teilhabe am städtischen Leben möglich sein. Auf der ganzen Welt haben sich Städte zu progressiven Orten entwickelt, die ganz im Gegensatz zu den Nationalstaaten jetzt schon aufzeigen, dass sie bereit sind, neue Wege zu beschreiten und mutiger und pragmatischer an die gesellschaftlichen Herausforderungen heranzugehen. Unter dem Überbegriff Solidarity City zeigen heute schon Städte wie Palermo, New York, Berlin, Barcelona oder Toronto wie ein solidarischeres Zusammenleben praktiziert werden kann.

Hier setzt die Konferenz Solidarity City München ?! an. An drei Tagen widmet sich eine Vielzahl von Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden der Frage, wie aus einer Stadt eine solidarische Stadt werden kann. Dabei diskutieren wir unter anderem die Themen Arbeit, Wohnen, Mobilität, City-ID, Aufnahme von Geflüchteten aus Seenotrettung, Ankerzentren, Einrichtung von Bürger*innen-Asyl und Umgang mit Illegalisierten.

Diese unterschiedlichen Themenbereiche werden vorgestellt und deren rechtliche, politische und gesellschaftliche Herausforderungen und Möglichkeiten reflektiert. Eingerahmt wird die Konferenz im Vorfeld von einem bunten Filmprogramm (20. – 27.6.2019 im Werkstattkino) und dem Theaterstück „PUSH BACK“ (am 27.6.2019 Bellevue di Monaco).

Die Konferenz steht allen offen. Die Teilnahme an den Workshops und Diskussionsveranstaltungen ist kostenlos. Beteiligt euch und macht mit uns München zu einer solidarischen Stadt.“

 

Mehr Informationen zum Programm und der Anmeldung findest du hier.

Grafik und Text: Bündnis Solidarity City München

Why not // adapt-able-space // Design Build

Ein neues Stadtteilzentrum für Klagenfurt-Waidmannsdorf

In Klagenfurt-Waidmannsdorf entsteht mit dem Sozialprojekt „Why Not“ ein neues Stadtteilzentrum: Ein Ort für Gemeinschaft, spontane Begegnungen, kreatives Arbeiten und interkulturelle Veranstaltungen.

Nachdem das Projekt im Juni 2018 seinen Auftakt gefeiert hat, entwickelten Studierende des Architekturstudiengangs der FH Kärnten, in Zusammenarbeit mit den zwei Vereinen vobis und DER.RAUM, im vergangenen Semester verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für eine ehemalige, sanierungsbedürftige Kegelbahn. Auf die Entwurfsphase folgte ein mehrwöchiger Design Build Prozess, in dem die Konzepte baulich umgesetzt wurden.

Die Kegelbahn als Vorbild: Prinzip Kugel auf Bahn

Um dem vielfältigen Betrieb in dem neuen Stadtteilzentrum gerecht zu werden, sollen die Räumlichkeiten in Zukunft verschiede Nutzungen ermöglichen. Die Kegelbahn gilt dabei als Vorbild für die Entwürfe: Nach dem Prinzip Kugel auf Bahn, sind mobile raumteilende Elemente auf Rollen längs der Kubatur verschiebbar. So entstehen in der länglichen Kegelbahn verschiedene Raumzonen wie eine Kinderecke, ein Gemeinschaftsbereich, eine Holz- und Textilwerkstatt und ein Bereich zum Lernen. Die Raumteiler sind dabei Wand und Stauraum zugleich und ermöglichen darüber hinaus eine flexible Nutzung.

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Konzept Außenbereich

Im Außenbereich entstehen Sitzgelegenheiten im Grünen, Raum für Kochevents im Freien und ein gemeinschaftlicher Garten.

 

Mobile Küche

Die Küche, ebenfalls auf Rollen, kann in den Außenbereich geschoben werden und so für Kochevents ausgeweitet werden oder als Sommerküche dienen.

 

 

Urban Mining

Während des Prozesses eröffnete sich die Möglichkeit aus benachbarten Leerständen, benötigte Ressourcen zu gewinnen. Aus den ehemaligen Wohn- und Gastronomiegebäuden retteten die Studierenden Bauteile, Möbel und Materialien, die später in der Kegelbahn wiederverwendet wurden. Die Rückgewinnung der Ressourcen aus den bestehenden Gebäuden brachte dem Projekt finanzielle Vorteile und ermöglichte eine ressourcenschonende Vorgehensweise.

 

Der Grundstein für die Revitalisierung und das Konzept des adaptable space ist gelegt und kann von den Nutzern und Nutzerinnen weiter ausgebaut werden.

Fotos: FH Kärnten

Integration gemeinsam gestalten. Bauworkshops in Stuttgarter Gemeinschaftsunterkunft

Home not Shelter! hat im letzten Jahr das sozialräumliche Umfeld der Gemeinschaftsunterkunft Burgholzstraße im Stadtteil Münster untersucht. Aufbauend auf einer detaillierten Bedarfsanalyse wurden in diesem Pilotprojekt Maßnahmen entwickelt, die das Ziel haben, die sozialräumliche Integration der Unterkunft in das Quartier zu verbessern.
Während einige Maßnahmen vorwiegend in der Unterkunft und für die Bewohner*innen Wirkung zeigen, sollen andere Maßnahmen auch das Quartier und seine Akteure erreichen oder sogar über das Quartier hinaus wirksam werden.

 

Phase 1: Umgestaltung der Gemeinschaftsräume

Als erste Maßnahme befasste sich Home not Shelter! mit der Umgestaltung der weitgehend ungenutzten Gemeinschaftsräume. In dem offenen und partizipativen Prozess wurden alle Beteiligten – Geflüchtete, Mitarbeitende der Sozialbetreuung, Anwohner*innen und Ehrenamtliche – miteinbezogen. In mehreren Workshops und Befragungen galt es zunächst die konkreten räumlichen Bedarfe zu ermitteln. Am stärksten war der Wunsch nach einem Raum der Konzentration und Ruhe, der ungestörtes Lernen ermöglicht. Über einen Zeitraum von zwei Monaten wurden im Anschluss gemeinsam mit einem Team von Geflüchteten Entwürfe erstellt und diskutiert, Raumanordnungen variiert und Regeln für den Lernraum bestimmt.

 

Zwei der vielen Entwürfe

Bauworkshops

Am 5. und 6. März wurden schließlich in einem gemeinschaftlichen Bauworkshop die Möbel aufgebaut und der Lernraum eingerichtet. Gemeinsam mit dem Team des werkraum – eine von der Hans Sauer Stiftung in München geförderte Holzwerkstatt für Geflüchtete – bohrten, verschraubten und lackierten rund 25 Bewohner*innen die halbvorgefertigten Möbelstücke.

 

 

Ergebnisse

Der Lernraum umfasst nun zwei Schreibtische mit Sichtschutzblenden, zwei Rückzugsboxen zum ungestörten Lernen und Lesen, eine Tafel für die gemeinsame Arbeit sowie ein Regal mit Schließfächern für persönliche Gegenstände und die in der Unterkunft bereits vorhandenen Chromebooks.

 

 

Die Verantwortung über den Raum liegt nun bei den Bewohner*innen der Unterkunft. Home not Shelter! wird die Bewohner*innen in den nächsten Wochen und Monaten in regelmäßigen Treffen begleiten, um den Aneignungsprozess nachhaltig wirksam zu machen.

Weitere Maßnahmen, die auch im Quartier und über das Quartier hinaus Wirkung zeigen können, werden derzeit von Home not Shelter! geplant.