Innovationslabor für Integration – Deine Meinung ist gefragt

Die Macht der Worte

Wir kennen alle diese Situation: Ich fälle ganz unbedarft eine Aussage und das Gegenüber reagiert ganz anders als erwartet. Bei Person A ist etwas ganz anderes angekommen als Person B gemeint hat. Es gibt ein Missverständnis und vielleicht auch einen Streit. Können wir das vermeiden? 

Vorab ein enttäuschender Spoiler: Missverständnisse wird es immer geben. Aber vielleicht können wir einen Weg finden, sie zu reflektieren, um mehr Verständnis für einander zu gewinnen. Wörter und Sprache sind geprägt durch Erlebtes, Erlerntes und Erwünschtes. Da wir alle durch unterschiedliche Kulturen (Familienkulturen, Religionskulturen, Freundschaftskulturen, regionale Kulturen, Berufskulturen und vieles mehr) geprägt sind, ist unsere Sprache, auch wenn sie dieselben Wörter enthält, verschieden. Ein Wort, das für Dich vielleicht neutral ist, ist für mich Verletzten. Deshalb lasst uns die Zeit nehmen, über Wörter nachzudenken, um herauszufinden, was sie für uns bedeuten können. 

Das Wort Integration 

Passend zum Start des Projekts Innovationslabor für Integration haben wir in Stuttgart die Köpfe zusammengesteckt und über unsere Ziele und Ideen diskutiert. Was wollen wir in diesem Projekt und was heißt eigentlich Integration für uns? Der Begriff Integration ist in aller Munde und steht auf der politischen Agenda, so werden ganze Ministerien mit Aufgaben der Integration beauftragt. Aber was heißt denn jetzt eigentlich Integration? Was heißt das für mich und was heißt das für Dich? Nachdem wir immer wieder über das Wort Integration gestolpert sind und auch unter uns ganz verschiedene Meinungen dazu haben, haben wir beschlossen, dieses Wort für uns genauer unter die Lupe zu nehmen. Da unser Projekt aber nicht nur aus uns besteht, sondern mit vielen Menschen zu tun hat, brauchen wir Eure Hilfe!  

Wir möchten Deine Meinung und Sichtweisen kennenlernen, deshalb kannst Du hier 5 Fragen anonym beantworten (Dauer ca. 8 Minuten). Ihr könnt uns alles mitteilen, was für Euch wichtig ist! Wir werden in Zukunft über die Ergebnisse berichten und sie direkt in unsere Arbeit einfließen lassen. 

1000 Dank – Euer Home not Shelter! Team 😊 

(c) Alle Bilder Home not Shelter!

Habibi Dome Hallschlag – es geht wieder los!

Nachdem der Habibi-Dome letztes Jahr drei Monate als “Sommerzelt” vor der GU Burgholzstraße stand und dort einen Ort für Austausch, Lernen und Begegnung schuf, ist er dieses Jahr wieder zu Gast im Hallschlag. Diesmal an einem zentraleren Ort im Stadtteil, auf der Grünfläche “Auf der Steig” vor der Nr. 83. Seit den erfolgreichen Aufbautagen in der ersten Juniwoche steht er dort für ganze fünf Monate, von Juni bis Ende September. 

Dabei bietet er Platz zum Spielen, Basteln, Lernen und Entdecken. Über den gesamten Sommer können Kinder, Jugendliche, Familien und Anwohner*innen in dem offenen Zelt vorbeischauen und kostenlos an den unterschiedlichen Angeboten teilnehmen, die von verschiedenen Akteur*innen aus dem Stadtteil gestaltet werden. Das Programm wird aufgrund von den momentanen Corona-Auflagen vor allem auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet sein.  

Das Programm wird vielfältig: von einer regelmäßigen Fahrradwerkstatt über Pflanzaktionen bis hin zu Druckwerkstätten und Spielangeboten finden die unterschiedlichsten Angebote statt. Dabei ist der Habibi Dome aber auch immer ein offener Ort, der eine Plattform für die Ideen der Menschen aus dem Hallschlag bieten soll. Falls ihr also Wünsche, Anmerkungen oder eigene Ideen habt, kommt immer gerne auf uns zu! Mail an: homenotshelter@hanssauerstiftung.de 

Woher kommt der Habibi Dome? 

Begonnen hat das Projekt in Griechenland mit der Idee, gemeinsam mit Menschen auf der Flucht in der offenen Werkstatt Habibi.Works einen selbstbestimmten Raum zu schaffen. Seitdem wurde der Habibi-Dome schon in vielen verschiedenen Kontexten aufgestellt. Bei all diesen Aktionen und Veranstaltungen spielten Augenhöhe, kollektiven Strategien und Open Source – als freier Zugang zu Information, Bildung und Technologie – eine zentrale Rolle. Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier

Habibi Dome wurde von Franziska Wirtensohn und Michael Wittmann initiiert. Als modulare Architektur, basierend auf Buckminster Fullers „Geodesic Dome“, wird der Habibi Dome zur zugleich flexiblen wie symbolischen Hülle für ein künstlerisches Projekt. Der Habibi Dome wird uns im Rahmen dieses Projektes dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Adaptiert und ergänzt wird dieser in Zusammenarbeit mit dem Team des Werkraumes. 

Wer steht hinter dem Habibi Dome Hallschlag?  

Koordiniert wird das Projekt von Home not Shelter! und dem Jugendmigrationsdienst im Quartier der AWO. Die diversen Angebote im Habibi Dome werden von den Projektpartner*innen im Hallschlag gestaltet: dem Aki Aktivspielplatz Dracheninsel, dem Mauganescht, dem NETZ Hallschlag und vielen weiteren. Finanziert wird das Projekt durch die Hans Sauer Stiftung und die Deutsche Postcode Lotterie.  

(c) Alle Bilder Home not Shelter!

Projektstart Innovationslabor für Integration

In der Initiative Home not Shelter! in Stuttgart ist am 1. März durch die Förderung des deutschen Hilfswerks das Projekt Innovationslabor für Integration angelaufen. Pünktlich zum Start des dreijährigen Projekts ist das Team in Stuttgart gewachsen. Wir sind jetzt vor Ort zu viert und freuen uns auf viele neue Herausforderungen und tolle Erlebnisse im Hallschlag. 

Die Initiative Home not Shelter!, eine Initiative der Hans Sauer Stiftung in Kooperation mit More than Shelters, setzt sich bereits seit einigen Jahren für neue Wege im Bereich der Integrationsarbeit ein. Durch das nun anlaufende Projekt wird diese Arbeit in Stuttgart ausgebaut, wobei die Haltungen und Ansätze beibehalten werden. 

Integrationsarbeit ist dabei ausdrücklich als gesamtgesellschaftliche Herausforderung anzusehen und nicht auf einzelne Arbeitsfelder zu begrenzen. Gemeinsames Gestalten mit den Menschen im Hallschlag und Münster sowie die Beziehungen untereinander stehen dabei im Mittelpunkt. Jeder Mensch wird als Expert*in der eigenen Lebenswelt angesehen.  

Basierend auf diesen Grundsätzen ist das Ziel der Förderung, ein Innovationslabor für Integration aufzubauen. Hierbei werden Formate, Angebote und Räume geschaffen, die allen Akteur*innen im Stadtteil zur Verfügung stehen, um dort aktuelle, individuelle und strukturelle Probleme auf innovative Art gemeinschaftlich zu lösen. Dabei soll das Projekt helfen, neue Ideen und Produkte zu entwickeln und umzusetzen. 

Das Team in Stuttgart blickt somit voller Vorfreude auf die kommenden drei Jahre. 

Alle Bilder (c) Home not Shelter!

Lernpatenschaften für junge, geflüchtete Menschen

In Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienst im Quartier der AWO Stuttgart und dem Netz Hallschlag hat Home not Shelter! ein Lernpatenschaftsprojekt für geflüchtete Kinder und Jugendliche aufgebaut. Hier werden 1:1 Patenschaften zwischen jungen Menschen aus einer Gemeinschaftsunterkunft mit ehrenamtlichen Lernpat*innen gebildet. Anfang Januar startete das Programm mit sieben Familien.

Die Schulsituation während der Corona Pandemie ist für Kinder und Jugendliche in den Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete besonders schwierig. Aufgrund der hohen Infektionszahlen gehören Schulschließungen und Homeschooling längst zum Alltag der jungen Menschen. Meist leben sie in beengten Wohnverhältnissen, es fehlt ihnen an Unterstützung bei den Schulaufgaben und an technischer Ausstattung. Viele werden deshalb im Lernerfolg abgehängt.

Deshalb ist es notwendig weitere Fördermöglichkeiten zu schaffen, welche die jungen Menschen bei der schulischen Bildung unterstützen. Die Lernpat*innen sind in der Regel Studierende aus pädagogischen Studiengängen. Sie vereinbaren wöchentliche online-Treffen mit den Kindern und Jugendlichen, bei denen sie 1-2 junge Menschen per Video-Anruf bei den Schulaufgaben unterstützen. Sie gehen mit ihnen die Hausaufgaben durch und beantworten offene Fragen, um die durch die Corona-Zeit entstandenen Lerndefizite auszugleichen.

Das Angebot findet vorerst digital statt. Sobald es das Infektionsgeschehen zulässt, kann die Lernunterstützung unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln ggf. auch in Präsenz stattfinden. Auch gibt es bereits Anfragen, das Programm nach einer ersten Testphase auf weitere Kinder und Jugendliche aus den Vorbereitungsklassen auszuweiten und damit noch mehr jungen Menschen Unterstützung zu ermöglichen

Alle Bilder (c) Home not Shelter!