Ergebnisse des „2018 AIA COTE Top Ten for students: INNOVATION 2030“ Design-Ideen-Wettbewerbs

Das American Institute of Architects Committee on the Environment (AIA COTE) hat in Zusammenarbeit mit der Association of Collegiate Schools of Architecture (ACSA) und Architecture 2030 die Gewinner des diesjährigen Design-Ideen-Wettbewerbs für Studierende ausgezeichnet. Der Wettbewerb würdigt zehn außergewöhnliche Architekturprojekte, die sich darauf konzentrieren, Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels durch kreativ-innovative Integration von Designstrategien anzugehen und dabei Themen wie Integration, Gemeinwesen, Energie- und Wasserverbrauch berücksichtigen.

Aus der Perspektive von Home not Shelter! besonders interessant ist  das anspruchsvolle Siegerprojekt „INTERCONNECT: Connecting Paths, Connecting Programs, Connecting People“, das den Integrationsprozess für eine wachsende Flüchtlingsbevölkerung in der spanischen Stadt Madrid durch das Flüchtlingsintegrationszentrum Interconnect auf der Plaza de las Descalzas unterstützen soll.

Im Zentrum der Fußgängerzone, die insgesamt acht Straßen und fünf öffentliche Plätze miteinander verbindet, soll das Flüchtlingsintegrationszentrum auf dem Gelände eines verlassenen Bankgebäudes öffentliche Räume unter anderem mit einem historischen Kloster, einer Galerie/ Veranstaltungsfläche und einem modernen Einkaufszentrum teilen.

Interconnect ist ein Konzept, das auf seinen unmittelbaren städtischen Kontext reagiert, Anschlussfähigkeit an das bestehende Netzwerk von Fußgängerwegen in der Innenstadt herstellt und durch dessen Erweiterung zusätzlichen öffentlichen Raum zur Stärkung sozialer Interaktion im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung schafft.

Das 5143m2 große Zentrum soll zudem dringend benötigten Raum für Integrationsprogramme bereitstellen. Durch die Gestaltung eines Community Media Centers, einer interkulturellen Galerie, eines Cafés und einem Flüchtlingsdienstzentrum mit Rechts-, Berufs- Finanz- und Kinderbetreuungsdiensten, soll Geflüchteten sowie BügerInnen Zugang zu Information und Technologie gewährleistet und das Zusammentreffen verschiedener Kulturen ermöglicht werden.

Bis in die kleinsten Details ist das Integrationszentrum so konzipiert, dass es aktiv eine Verbindung zur Außenwelt herstellt: eine Reihe von Terrassen und großen Fensteröffnungen ermöglichen einen Blick auf die Stadt und laden gleichzeitig zum Verweilen im Inneren ein. Durch die Kontrolle von Tageslicht, Wind und Thermiken schafft das städtische Ökosystem außerdem Voraussetzungen für einheimische Fauna und begünstigt eine angenehme Atmosphäre.

„Wege verbinden, Programme verbinden, Menschen verbinden“ – Interconnect koppelt ökologische Stadtentwicklung an soziale Dimensionen. Ein Siegerkonzept, das zum Umdenken anregt.

Alle Ergebnisse und Pläne zum Konzept gibt es hier.

Studierende: Harrison Polk & Madison Polk

Universität: Clemson University

 

Flüchtlingsunterkünfte in London – ein Bericht von Refugee Rights Europe

Laut den Untersuchungen, fühlen sich 64% der Bewohner in Ihrer Unterkunft unsicher bis sehr unsicher, 97% der Befragten haben ihre Türe dauerhaft mit einem Schloss versehen, als Gründe werden hauptsächlich physische und verbale Gewalt seitens der Mitarbeiter und Mitbewohner aber auch durch eindringende Außenstehende genannt. Aussagen über mangelhafte Instandhaltung des Inventares werden gefolgt von Berichten über Kakerlaken in der Küche, 82% der Befragten beklagen sich über Mäuse im Zimmer, 73% sagten aus, ihr Zimmer war bei Einzug dreckig bis sehr dreckig.

Ein Team von Refugee Rights Europe (RRE) hat sich im Januar 2018 auf den Weg nach London gemacht, um die Lebenssituation in einer der größten Unterkünfte zu untersuchen und zu dokumentieren – ihre Erfahrungen, zusammengefasst in einem 20-seitigen Report, sind ernüchternd:

Unsicherheit, Ungeziefer, krankheitserregende Hygienezustände – das Forschungsteam von RRE führte Interviews mit 33 Bewohnern der Unterkunft – die Inhalte zeugen von einer insgesamt notdürftigen Lebenssituation. Ein Jahr nach dem umfassenden Report des Common Public Account, der die Situation der Unterkünfte nach ihrer umstrittenen Privatisierung betrachtet, sind die dort geschilderten schwerwiegenden Probleme, so die Autoren, noch immer ungelöst.

Refugee Rights Europe hat in seinem Report nun Forderungen an die Unterkunftsleitung gestellt – Forderungen nach einer Wohnsituation für Geflüchtete, die den Menschenrechten entsprechen.

Zum kompletten Report von Refugee Rights Europe (Januar 2018): hier

Zum Report von Home Affairs Committee „Asylum Accommodation“ (Januar 2017): hier

Integrative Wohnlösungen gefragt – junge Geflüchtete oft wohnungslos mit 18 Jahren

Der Wohnungsmarkt nimmt prekäre Züge an – für Alle von uns. Doch dass gerade junge Geflüchtete davon betroffen sind, zeigt ein Beitrag des Deutschlandfunks von Sven Kästner:

Mohameds Geschichte sei eine von vielen. Als unbegleiteter Geflüchteter kam er mit erst 17 Jahren von Gambia nach Deutschland, zur erhofften Überweisung von der Berliner Clearingstelle in eine Jugendhilfe-Einrichtung kam es aber nicht mehr. Mit der Volljährigkeit endet in Deutschland die Jugendhilfe und somit der rechtliche Anspruch auf Betreuung und Finanzierung einer Wohnung durch das Jugendamt.

Quelle: Deutschlandfunk

Laut einer Studie des Bundesfachverbandes unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, landet in Berlin jeder zweite jugendliche Geflüchtete mit der Vollendung des 17. Lebensjahres in Gemeinschaftsunterkünften, Notunterkünften oder gar in der Obdachlosigkeit – in Brandenburg steigen die Zahlen derjenigen, die keine Chance auf dem Wohnungsmarkt haben, sogar auf 80%.

Für Mohammed und viele andere geflüchtete Auszubildende und SchülerInnen ist das ein harter Rückschlag – Unsicherheit, Gewaltsituationen, Stress und Lernrückschritte sind unmittelbar damit verknüpfbare Konsequenzen.

Was jedoch nur Wenige wissen ist, dass die Verlängerung der Jugendhilfe bis zum 21. Lebensjahr möglich, jedoch nur schwer zu realisieren ist. Ursache dessen seien vor allem komplizierte Zuständigkeiten in den Behörden und dauerhafte Überbelastung – ein Zustand mit fatalen Folgen für die Integration, warnt Daniel Jasch vom Beratungszentrum BBZ, in Berlin.

Ein Zustand, dem Home not Shelter! Mit der Schaffung integrativer Wohnlösungen für MigrantInnen und Studierende entgegenwirken will.

 

Zum Originalartikel des Deutschlandfunks vom 15.03.2018 geht es hier.

Zur Homepage des Bundesfachverbandes unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit interessanten Studien gelangen Sie hier.

 

 

 

Ergebnisse des diesjährigen IDeA-Wettbewerbs

Die Organisation Ideation Worldwide (IDeA) veranstaltete ihren diesjährigen Place and Displacement-Architekturwettbewerb unter dem Themenschwerpunkt „Integrating Refugee Populations within Cities„. Gesucht waren Lösungen für die bessere Integration von Geflüchteten in den Beispielstädten Berlin, Nairobi und Amman.

Nun wurden die 17 Gewinner und die anerkennenden Erwähnungen bekanntgegeben.

Home not Shelter! begrüßt insbesondere die spannenden Einsendungen für die Stadt Berlin, da diese den Aufgaben und Gegebenheiten in Deutschland – und somit den eigenen Ansätzen des Projekts – am nächsten kommen.


 

Projekt Brückenschlag

Der Gewinner „Brückenschlag„, beispielsweise, ist ein Pop-Up-Kiosk, an dem Geflüchtete sich mit ihren deutschen Nachbarn persönlich austauschen können. Dadurch soll es einfacher fallen, Arbeit zu vermitteln, gemeinsam zu lernen oder einen Sprachpartner zu finden.

Enter the Void“ möchte Geflüchtete mittels bezahlbaren Wohnraum die Ankunft in der Stadt erleichtern. Hierzu möchten die Entwerfer leere Bestandsgebäude nutzbar machen.

Projekt Enter the Void

Klein Berlin“ ist ein verspielter Pavillon, der an verschiedenen Stellen in Berlin stehen soll. Das Konzept knüpft daran an, dass Kinder und deren Wohlergehen die Menschen kulturübergreifend verbinden. An einem Ort, wo Kinder von Menschen mit und ohne Fluchthintergrund spielen können, begegnen sich auch die Eltern.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Einreichung „B-Neighbours„. Integration soll hier über das gemeinsame Wohnen von „locals“, „refugees“ und Touristen erreicht werden. In einem Mehrparteienhaus finden sie alle Unterkunft und kommen so in Austausch.

Projekt B-Neighbours

Die „Waiting Rooms“ sind eine Reihe an offenen Räumen in Berlins Parks und Gärten. Sie fungieren als ein von Kolonnaden begrenztes Wohnzimmer, Esszimmer oder Gartenzimmer für Jedermann.

Your Story, Your Berlin“ ist ebenfalls der Titel für Pavillons, die an wichtigen Punkten in der ganzen Stadt stehen sollen. Diese sind modular, leicht aufzubauen und erweiterbar. Sie sind Orte für Geflüchtete und Berliner, um hier ihre Geschichte zu erzählen.

Alle Ergebnisse und Pläne gibt es unter: http://www.idevelopment.us/2018-results/