INTERVENTION: WELCOME LAB // SUMMERSCHOOL CO-CREATING HOME

Im Rahmen des Home not Shelter! Netzwerks fand vom 2.-17. August 2019 eine Summerschool in der Multihalle in Mannheim statt. Mit der Summerschool sollte ein interdisziplinäres Bau-Laboratorium entstehen, in dem experimentelle Interventionen gemeinsam errichtet werden und das Denken in Modellen innerhalb kollektiver Prozesse geschult wird. Damit knüpfte die Summerschool, die hierfür eine Plattform bot, unmittelbar an das architektonische und gesellschaftliche Werk Frei Ottos an, Architekt der Multihalle und Architekturtheoretiker. Innerhalb dieses partizipativen Projekts wurden unterschiedliche Kooperationsformen und Handlungsstrategien getestet. Das Projekt berührt allgemeine Fragestellungen einer offenen Gesellschaft und fragt nach den Möglichkeiten transitorischen Wohnens.

 

Auftaktworkshop „welcome lab“
In enger Absprache mit Tatjana Dürr, Referentin für Baukultur der Stadt Mannheim und Ralf Pasel von der TU Berlin wurde das „welcome lab“, ein Format experimenteller Stadtforschung, als Auftakt geplant und durchgeführt. Die 70 internationalen Studierenden sollten an diesem Tag mehr über die Stadt Mannheim bzw. die Nachbarschaft der Multihalle erfahren, ihr Methodenwissen vertiefen und sich untereinander besser kennenlernen.

Am Vormittag wurden alle Teilnehmer*innen mit einem Fragebogen in die anliegenden Stadtviertel geschickt. Im Anschluss wurden die Forschungsergebnisse bzw. Beobachtungen auf einen großen Stadtplan mit Hilfe von Lego, Knetmasse und weiteren Materialien übertragen. So entstand eine Karte der sozialräumlichen Strukturen rund um die Multihalle, die als Basis für die folgende Planungs- und Entwurfsphase dienen soll.

Am Nachmittag konnten alle Studierenden zwei Workshops wählen, die von sechs Expertenteams sowohl zu Stadtentwicklungsthemen der Stadt Mannheim als auch zu Methoden gehalten wurden. Mit dabei waren Leonie Trefs und Manfred Oster von der Hochschule Mannheim mit sechs Studierenden, Sonja Hörster vom Institut für partizipatives Gestalten, Matthias Rauch und Jens Weisener von der Stadt Mannheim, Daniel Kerber von More than Shelters und dem social design lab, Karsten Drohsel von in/stabil und die Künstlerin Romana Rokvic.

 

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Ein nachhaltiger guter Design- oder vielmehr Kreativprozess beinhaltet eine ausführliche Recherchephase. Bei der Lösung von (gesellschaftlichen) Herausforderungen liegt eine große Fehlerquelle oft darin, die falsche Problemstellung zu bearbeiten, anstatt eine Lösung für die richtige Fragestellung zu finden. Aus diesem Grund ist es wichtig, einer Entwurfs- oder Planungsphase eine ausführliche Recherchephase voranzustellen, in der das Augenmerk auf das Erarbeiten der richtigen Fragestellung geworfen wird. Im besten Fall nimmt die Recherchephase die Hälfte der Projektlaufzeit ein. Im Falle der Mannheimer Summerschool war auf Grund der aufwendigen Bauaufgabe nicht mehr Zeit für eine ausgedehntere Recherchephase. Das welcome lab sollte deshalb sowohl die Studierenden untereinander vernetzen, ihnen die Umgebung näherbringen als auch Wissen über Mannheim vermitteln. Zudem wurden während des Tages als auch in den Expertenvorträgen über verschiedene Methoden gesprochen und diese vermittelt.

Das welcome lab ist als eine Intervention des social design labs zu verstehen. Mit diesen Interventionen soll die Methodik des labs getestet und in die Breite getragen werden. Das Vorgehen im Kontext der Summerschool soll aufzeigen, wie wichtig eine Recherchephase im Innovationsprozess ist und wie vergleichsweise einfach man zu einem „Mapping des Sozialraums“ kommen kann.

 

Die Ergebnisse nach zwei Wochen Arbeit lassen sich sehen…

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Das Video zur Summerschool 2019:

 

Bilder u.a. Henning Scherf

City in Transition Festival

// Festival vom 24.-29. September 2019 in Zürich
Organisation: Architecture for Refugees

Die Architecture for Refugees Community in der Schweiz organisiert ein Festival in Zürich, das unter dem Motto Klimawandel steht. Das Festival will Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Sprachen zusammenbringen und neue Ideen für eine integrative und nachhaltige Stadt entwickeln. Zürich soll zu einem Raum der Gemeinschaft und einem Ort für Alle werden. Diese Visionen können dann auch auf andere Städte übertragen werden. Besucher werden über die Dringlichkeit unseren Planeten zu schützen informiert und zum Handeln und Umdenken animiert.

Das Programm ist bunt gemischt und bietet neben Stadtführungen und Diskussionen auch Workshops, Filme und Musik. Unter anderem dabei, ist die Urban Shorts Reihe aus München. Diese präsentieren junge Filmemacher*innen, die sich in ihrer Arbeit mit der anderen Stadt und ihrem ganz eigenen Blickwinkel auseinandersetzen. Urban Shorts, das sind urbane Kurzfilme, mal ernst, mal komisch oder auch mal ganz abgedreht.

Das Festival steht allen offen und der Eintritt ist, dank ehrenamtlichem Engagement, Spenden und Sponsoring, frei.

Mehr Informationen zum Programm gibt es auf hier.
Foto: Architecture for Refugees

Home not Shelter! 3- Gemeinschaftshaus Spinelli

Endlich ist es soweit: der dritte Band der Reihe „Home not Shelter!“ ist erschienen!

Im Sommer 2016 bauten Architekturstudenten der TU Kaiserslautern zusammen mit Geflüchteten in der Landeserstaufnahmeeinrichtung Spinelli Barracks in Mannheim ein Gemeinschaftshaus, das sie zuvor selbst entworfen hatten. Die Geflüchteten, die nach ihrer Ankunft in Deutschland zu einer langen Zeit der Passivität verurteilt sind, waren bereits in den Planungsprozess integriert und erhielten die Gelegenheit, sich einzubringen und ihr Umfeld aktiv mitzugestalten. Das Gemeinschaftshaus sollte einen Ort für gemeinsame und individuelle Nutzungen schaffen, denn die Umgebung bot sonst keine Räume mit Aufenthaltsqualität.

In der Publikation sind Entwurf, Konstruktion und Bauprozesse des experimentellen Holzbaus, sowie die Kooperation verschiedener öffentlicher Akteure, dokumentiert. Denn die äußerst kurze Projektlaufzeit von sechs Monaten und die Einbindung von Studierenden und Geflüchteten in Planung und Bauausführung erforderte eine präzise Aufgabenteilung und eine sinnvolle Bündelung der Kompetenzen sehr unterschiedlicher Beteiligter.

Auszug aus dem Buch

Die von der Hans Sauer Stiftung geförderte Publikation ist ab sofort hier im Jovis Verlag erhältlich.

Home not Shelter! 2 – Gemeinsam bauen und wohnen in Wien

Endlich ist es soweit: der zweite Band in der Reihe „Home not Shelter!“, ist erschienen!

Der konzeptionellen Arbeit der hochschulübergreifenden Initiative Home not Shelter! zu neuen Wohnformen für Geflüchtete und Studierende folgte im Sommer 2016 eine erste Realisierung in Wien. In der österreichischen Hauptstadt ist es Home not Shelter! – allen voran einer Gruppe von Studierenden der Technischen Universität Wien – gelungen, einen Teil eines Bürogebäudes in ein gemeinschaftliches Wohnheim zu verwandeln, das mittlerweile von einem Wohlfahrtsverband betrieben wird. Eine Projektidee, die als österreichischer Beitrag zur Architekturbiennale 2016 entstanden war, wurde aufgenommen und weitergeführt.

Die Publikation zeigt die bemerkenswerte Zusammenarbeit der Beteiligten, vom Hausbesitzer über den Betreiber, die beteiligten Hochschulen, eine Stiftung, die Studierenden bis hin zu den Geflüchteten, und dokumentiert den gesamten Prozess. Das Ergebnis ist ein überzeugendes Modellprojekt für alternative und partizipativ angelegte Formen der Schaffung von Räumen des Ankommens, des Zusammenlebens und des Übergangs.

 

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Die Publikation ist ab sofort hier im Jovis Verlag erhältlich. Die Veröffentlichung wurde von Thomas Levenitschnig (Port Folio Immobilen) unterstützt.