Co-Housing Oldenburg

Im Zentrum des Entwurfs „Co-Housing Oldenburg“ steht ein experimentelles Wohnprojekt, das im Rahmen der Initiative Home not Shelter! entstanden ist und integratives, bezahlbares Wohnen für Alle zum Gegenstand hat.

Neubau von zwei Wohngebäuden mit vier Mietwohnungen und einer Wohngemeinschaft, Wardenburgstraße in Oldenburg

Für die Realisierung dieses innovativen Pilotprojektes hat sich eine Akteursgemeinschaft zwischen Stadt, teilkommunalem Wohnbau, Hochschulen und gemeinnützigem Sektor herausgebildet: Stadt Oldenburg – Bau- und Wohngesellschaft GSG Oldenburg – Jade Hochschule Oldenburg – Technische Hochschule Berlin – Hans Sauer Stiftung.

Zu den Ansprüchen der Initiative „Home not Shelter!“ gehört, dass die Projekte in einem partizipativen und kollaborativen Prozess entwickelt werden. Das gelingt im Rahmen eines Design-Build-Ansatzes, bei dem im baulich-konstruktiven Teil des Projektes Akteure aktiv in die (Bau-)Arbeiten einbezogen werden. Gemeinschaft und demokratische Mitbestimmung prägen das Projektvorhaben ebenso wie hochwertige Architektur und Gestaltung, konsequent niedrige Kosten und ein ressourcensparendes Vorgehen in der Planungs- und Betriebsphase. Um den Mietpreis möglichst niedrig zu halten und ein ökologisch und energetisch effizientes Gebäude zu entwickeln, stützen sich die ProjektpartnerInnen auf verschiedene Methoden der Beteiligung und des Recyclings bzw. des rezyklierbaren Bauens.

Das Wohnkonzept umfasst neue Formen des Zusammenlebens im Sinne der ‚Co-Housing‘ ­Idee und fungiert als Pilotprojekt in Oldenburg. Die Co-Housing Gemeinschaft wird unter aktiver Beteiligung der künftigen BewohnerInnen gebildet, geplant und entwickelt. Als einer von mehreren Faktoren zur Schaffung eines starken Gemeinschaftsbewusstseins ist die Architektur auf eine größtmögliche Förderung der sozialen Kontakte ausgerichtet. Das Projekt soll als Leuchtturmprojekt mit Impulscharakter Möglichkeiten der Schaffung günstigen, jedoch architektonisch qualitativ hochwertigen Wohnraums, aufzeigen.

 

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Wohnkonzept Gemeinschaftshaus

Das räumliche Konzept des Gemeinschaftshauses ist als Modellvorhaben für sogenannte ‚transitorische‘ Wohntypologien ausgelegt, gemeint sind hiermit neue Wohnformen, die auf geänderte soziale Strukturen eingehen. Auf insgesamt 275 m2 schafft es günstigen Wohnraum für Alleinerziehende, Senioren, Studierende, Auszubildende, Geflüchtete und/oder körperlich beeinträchtigte Personen. Der Entwurf geht mit den Gemeinschaftsräumen auf die spezifischen Bedürfnisse des alltäglichen Lebens und auf die Vielfalt der Bewohnerschaft ein. So können viele Funktionen des Wohnens (z.B. Kochen, Waschen, Spielen, Arbeiten, etc.) geteilt und damit die Wohnfläche in den einzelnen Wohnungen verringert werden. In diesem Sinne wird eine soziale und interkulturelle Wirkung durch integrative Wohn- und Lebensformen angestrebt. Dies steigert letztlich auch die Identifikation der Mitbewohnerschaft mit dem Wohnraum und Wohnumfeld.

Das Wohngemeinschaftshaus bietet neben privaten Schlafräumen mit eigenen Bädern, einen gemeinsamen Wohn-, Koch- und Essbereich sowie die zentrale Waschküche. Der Essbereich ist zum Innenhof orientiert, um die gemeinschaftliche Tätigkeit des Essens und Beisammensitzens hervorzuheben und den Raum, durch Öffnen der Schiebefenster, mit dem Gemeinschaftshof zu verbinden. Das Gebäude wird als eine Wohneinheit betrachtet, die sich in acht private Schlafräume unterteilt, wovon sich fünf im Obergeschoss und drei im Erdgeschoss befinden. Eines von den Zimmern im Erdgeschoss ist barrierefrei geplant. Jeder private Bereich besitzt ein großzügiges, festverglastes Fenster und als Rettungsweg sowie Lüftungsmöglichkeit eine Luke. Die Luke wird als Dreh-Element mit Feststelleinrichtung ausgebildet, nimmt von außen die Gestalt der Holzlattung auf und wird so optisch in die Fassade integriert.

Insgesamt wird die Wohnfläche effektiv genutzt und erzeugt gleichzeitig ein ausgewogenes Verhältnis von privaten Rückzugsorten zu gemeinschaftlich genutzten Räumen. Dadurch werden nicht nur Kosten gespart, sondern die Bewohnerschaft wird aktiv zu einem partizipativen Wohnen angeregt.

Wohnkonzept Minihäuser

Die Minihäuser verfolgen die Idee der ‚Oldenburger Hundehütte‘ mit kleinem Fußabdruck. Der Entwurf der Wohneinheiten verringert die Wohnfläche pro Person, ohne dabei die Wohnqualität zu reduzieren. Jedes der drei Kleinsthäuser benötigt nur knapp 35 m2 des immer teurer werdenden, innerstädtischen Baulandes und bieten dennoch, auf insgesamt 167 m2, Platz für vier Wohneinheiten. Die einzelnen Häuser sind über eine Glasfuge, welche als Flur- und Pufferzone zum Schutz vor dem norddeutschen Wetter dient, zu einem Mehrfamilienhaus miteinander verbunden. Eines der beiden Minihäuser bietet Platz für eine größere Wohneinheit. Diese erstreckt sich über drei Etagen, mit einer Küche, einem Wohn-Essbereich und einem Gäste-WC im Erdgeschoss, einem Doppel-Kinderzimmer mit vorgelagertem Spielbereich im Obergeschoss und dem Elternschlafzimmer sowie dem Bad im Dachgeschoss. Im Erdgeschoss eines anderen Minihauses, befindet sich eine Einzimmerwohnung, mit einer Küche, einem Wohn-, Ess- und Schlafbereich und einem Duschbad. Die darüber liegende Maisonettwohnung wird durch eine Treppe in der Glasfuge erschlossen. Im unteren Bereich ist eine Küche, sowie ein Wohn-Esszimmer, in der oberen Etage das Bad und ein Schlafzimmer. Das dritte Minihaus beherbergt abermals eine Wohneinheit für sich. Diese verfügt über denselben Grundriss wie die Maisonettwohnung.

Die drei Kleinsthäuser bieten separate und private Wohneinheiten und ergänzen die typologische Vielfalt des gesamten Wohnprojektes durch unterschiedliche Raumangebote.

 

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Transformation Garagen

Die Transformation der bestehenden Garagen bildet das Herzstück des Pilotvorhabens zum experimentellem Wohnungsbau und den ersten Bauabschnitt, welcher in Eigenleistung durch die Studierenden der beteiligten Hochschulen gemeinsam mit den zukünftigen BewohnerInnen realisiert werden soll. Diese ‚neue Mitte‘ fungiert als verbindendes Element zwischen dem Wohngemeinschaftshaus und den Minihäusern und prägt den gemeinsamen Innenbereich auf dem Grundstück. Die transformierten Garagen bieten Platz zum Unterstellen von Fahrrädern, für den Hausanschlussraum, für Mülltonen, aber auch für einen Werkstattraum und einen Gewächs- und Gartenraum. Bei der Transformation der Garagen zum Quartiershaus stehen Gemeinschaft und Partizipation im Fokus: Vom Co-Design über Co-Building bis zum Co-Housing. Durch das Umbauen der Garagen wird das Voneinander-Lernen gefördert, Gemeinschaft gebildet und das zukünftige zusammenleben modelliert.

Die Herangehensweisen des ressourcenschonenden Bauens werden im Projekt mit dem sozialen Prozess des Co-Buildings verknüpft. Als erste Setzung und ersten Kontakt werden die zukünftigen BewohnerInnen zusammen mit den Studierenden die Garagen transformieren und dadurch das Grundstück, das Quartier und sich selbst, als neue Nachbarschaft, kennenlernen. Durch die gemeinsame Gestaltung der Garagen und der dazugehörigen Freiflächen wächst die zukünftige Bewohnerschaft zu einer Wohngemeinschaft zusammen und übernimmt in einem frühen Stadium die Verantwortung für die gemeinschaftlich gestalteten und genutzten Räume. Somit legt das Quartiershaus den Grundstein für die weitere Entwicklung der Wohnhäuser und kann während dessen Bauzeit selbst als Baubüro fungieren.

Das Projekt `Transformation Garagen ́soll in diesem Kontext als forschender Bau entstehen und eine Brücke zwischen Lehre, Ausbildung und Praxis schlagen. Durch das Miteinbeziehen der sozialen Werkstätten Oldenburg wird auch das Handwerk von Beginn an im Projekt verankert.

 

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