Veranstaltungsempfehlung: Re-tracing Home auf der Vienna Design Week

Die Veranstaltung Re-tracing Home lädt alle Interessierten ein, sich auf der Vienna Design Week (29.09.-08.10.2017) gemeinsam mit den Veranstaltern in Workshops Gedanken darüber zu machen, wie ein ideales Zuhause aussieht. Insbesondere Geflüchtete sind willkommen, ihre Vorstellungen einzubringen und zu diskutieren.

 

Die Anmeldung zu den verschiedenen Workshops erfolgt über Facebook:

GUIDED CITY WALKS WITH LOCAL NEWCOMERS

Wie sieht Wien durch Ihre Augen aus?
Stadtführungen ermöglichen uns Gemeinsamkeiten und Abweichungen von täglichen Aktivitäten, kulturellen Nutzungen von öffentlichem Raum und räumliche Wahrnehmungen unserer Umgebung zu verstehen. Neuankömmlinge aus lokalen “Flüchtlingsprojekten” werden die Diskussion über eine sich verändernde Nachbarschaft bereichern.

DRAWING HOME WORKSHOPS

Der kreative Zeichnen- und Schreib-Workshop wird Neuankömmlinge, SozialarbeiterInnen, DesignerInnen und VDW BesucherInnen zum Austausch über das alte, neue und ideale “Zuhause” zusammenbringen.

Es soll untersucht werden, inwieweit das Sprechen, Schreiben und Zeichnen mit unterschiedlichen Stimmen dazu beitragen kann den soziokulturellen und architektonischen Hintergrund der TeilnehmerInnen in den Gestaltungsprozess ihres „Zuhauses“ miteinzubeziehen

BUILDING HOME WORKSHOPS

Bau‘ dein “ideales Zuhause” mit uns! Basierend auf den Ergebnissen des Kreativworkshops werden wir zusammen eine Installation eines “idealen Zuhauses” gestalten und bauen. Wie möchten Sie leben?
Der “work in progress” Bau-Workshop soll TeilnehmerInnen ermöglichen eine ergebnisoffene Manifestation eines “Zuhauses” zu konzipieren, planen und realisieren. Die Gestaltung und Budgetierung wird durch den täglichen Austausch vor Ort entwickelt.

Der werkraum: Selbstbau und kollaborative Gestaltungsprozesse als neue Wege des interkulturellen Miteinanders

Mit Sitzbänken und Hochbeeten werden die Außenbereiche der Unterkünfte gestaltet, um sie zu Aufenthaltsorten zu machen (Foto: Barbara Lersch).

Der werkraum entstand aus einer Kooperation der Hans Sauer Stiftung mit der Akademie der Bildenden Künste München. Ziel ist einerseits ein Beschäftigungsangebot für die BewohnerInnen zu schaffen, andererseits die bestehende Infrastruktur in Asylunterkünften durch die gemeinsame Gestaltung aufzuwerten. Darüber hinaus soll der werkraum den Teilnehmenden auch berufliche Perspektiven eröffnen, indem sie handwerkliche Qualifikationen erlangen und diese nach einer regelmäßigen Teilnahme auch bescheinigt bekommen.

 

Lädt zum Nachmachen ein: Die werkraum-Bank (Foto: Barbara Lersch).

Die Initiative geht auf eine – zunächst als einmalig konzipierten – kollaborative Möbelbau-Aktion von Studierenden und Geflüchteten im Februar 2016 zurück. Nach zahlreichen positiven Rückmeldungen wurde beschlossen, die Initiative als regelmäßiges Angebot zu etablieren. Der werkraum fand zunächst in einer provisorischen Unterkunft für bis zu 1000 geflüchtete Personen sein Zuhause, die sich in einem ehemaligen Autohaus mitsamt Werkstätten befand.

Die Ausstattung war notdürftig und reichte gerade aus, um die grundlegendsten Bedürfnisse zu decken: Schlafen, Essen und Waschen. Darüber hinaus gab es keinen Raum, um sich aufzuhalten oder auszutauschen. Das Potential für Verbesserungen war also groß. Im März 2016 entstanden in einer der leer stehenden Werkstätten in einem kollaborativen Bauprozess Sitzgelegenheiten für den Außenraum, Fußballtore, Regale und andere bis dahin fehlende Einrichtungsgegenstände.

Anfang 2017 wurde der werkraum Nr. 2 auf 64m² Arbeitsfläche mit zwei großen Arbeitsbänken und verschiedenen Handwerkzeugen eingerichtet (Foto: Barbara Lersch).

Es bildete sich zunehmend eine feste Gruppe, die das Angebot des werkraums in Anspruch nahm. Nach vier Monaten schloss die Unterkunft wieder, die Idee des werkraums wurde aber nicht aufgegeben und Anfang 2017 erneut realisiert.

In einer Unterkunft im Münchner Süden öffnet der werkraum nun jeden Freitag für vier Stunden seine Türen. Der Alltag des werkraums ist geprägt von Unvorhersehbarkeit: wer kommt, wie viele kommen, wo geht es hin, was wird gebraucht und wie wird es realisiert? Es bleibt spannend!

Auch mit im Repertoire: Die werkraum-Garderobe (Foto: Barbara Lersch).

 

Das werkraum-Team beim Ausbau einer Turnhalle (Foto: Barbara Lersch).

 

 

Neues Projekt: Das Home not Shelter! Plug-In

Für ein neues Projekt von Home not Shelter! wurde von der Hans Sauer Stiftung und ein Studentenwettbewerb ausgelobt. Wir sind auf der Suche nach innovativen Lösungen für ein Werkstattmodul, das Geflüchteten an ihrer Unterkunft handwerkliche und andere kreative Arbeiten anbieten kann.

Das sogenannte Home not Shelter! Plug-In soll in unmittelbarer Nähe zu bestehenden Flüchtlingsunterkünften geplant werden und als mobile Einheit gedacht sein, sodass sie ihren Standort wechseln kann.
Die Prämissen und Werte der Home not Shelter! Initiative, neue räumliche und soziale Formen des Zusammenlebens zu fördern und über hochwertige Gestaltung Integration und gesellschaftliche Transformation zu ermöglichen, sollen sich in dem Gebäude widerspiegeln.

Der Wettbewerb richtet sich an Studierende der TU Berlin. Eine Anmeldung erfolgt über das Fachgebiet CODE bei Prof. Ralf Pasel.

Wir wünschen den Teilnehmern viel Erfolg und freuen uns bereits auf die Entwürfe!

Aus dem Netzwerk: Integrationsprojekt ‚Heimatwerker‘ gestartet

Am 20. April 2017 ist das Projekt Heimatwerker offiziell gestartet. Landesbauminister Michael Groschek weihte gemeinsam mit Dr. Holger Pump-Uhlmann, dem Vorsitzenden des Vereins Heimatwerker NRW, die Baustelle im ostwestfälischen Nieheim ein.

Foto: HS OWL

Flüchtlinge, Architekturstudenten und Anwohner in Nieheim (Kreis Höxter) sanieren gemeinsam ein von Leerstand bedrohtes Ackerbürgerhaus im historischen Stadtkern. Während des Umbaus, der voraussichtlich bis Ende 2018 dauern wird, erwerben die Projektteilnehmer auf der Baustelle und in begleitenden Kursen handwerkliche Kenntnisse, die später etwa im Baugewerbe nützlich sind. Bei der Planung und der Sanierung werden sie fachkundig angeleitet. Nach Abschluss des Umbaus kann dann die Werkstatt von allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt Nieheim für handwerkliche und kreative Tätigkeiten sowie für andere gemeinschaftliche Zwecke genutzt werden.

Foto: Linda Bögelein

Nachbarn, Journalisten und andere Interessierte hatten bei der Baustelleneröffnung die Gelegenheit, sich bei einem Rundgang über die Planungen zu informieren und die 13 Flüchtlinge kennenzulernen, die bereits seit Anfang April dreimal wöchentlich als Heimatwerker aktiv sind. Erste Fortschritte sind schon zu sehen: Angeleitet durch ein Architekten- und Bauleiterteam wurden der alte Boden entfernt und Putz von den Wänden des historischen Fachwerkhauses geschlagen.

Gemeinsame Arbeit sei der beste Weg zu gelungener Integration und guter Nachbarschaft, so Bauminister Groschek bei seinem Besuch.
Das sieht Home not Shelter! ebenso. Wir wünschen viel Erfolg!