Willkommen im Home not Shelter!-Team: MORE THAN SHELTERS

Das Planungsbüro von MORE THAN SHELTERS ist ab sofort ein neuer Partner im Home not Shelter!-Team und wird in einer Studie gesellschaftlich-integrative Initiativen evaluieren und in konkrete „Macher-Tools“ übertragen. Die Ergebnisse dieser Studie, unterstützt von der Hans Sauer Stiftung, werden veröffentlicht und sollen so die Umsetzung neuer Integrationsprojekte mit ermittelten Erfolgsfaktoren unterstützen, deren Anwendung die Wahrscheinlichkeit des Gelingens eines Projekts deutlich erhöht.

MORE THAN SHELTERS (MTS) ist ein Sozialunternehmen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, lebenswerte Bedingungen für Geflüchtete und hilfsbedürftige Menschen weltweit zu schaffen. Zu ihren bekanntesten Projekten zählt die Entwicklung des Zeltsystems DOMO, das in Deutschland in erster Linie als flexibler „sozialer Raum“ für Erstaufnahmeeinrichtungen genutzt wird.

Ein Arbeitsbereich von MORE THAN SHELTERS ist das MTS-Planungsbüro, das als Partner an der Explorationsstudie mit Home not Shelter! arbeiten wird. Das Planungsbüro ist spezialisiert auf die Entwicklung und Umsetzung sozial-räumlicher und organisatorischer Konzepte in Deutschland. Ein bekanntes Projekt ist die sozialgerechte und integrierte Planung des Standortes ehemaliger Flughafen Tempelhof in Berlin als Unterkunft und Ankunftszentrum für Geflüchtete.

Für die Studie werden sowohl bestehende Projekte als auch visionäre, noch nicht realisierte, Vorhaben und Entwürfe recherchiert, bewertet und verglichen. Ziel der Studie ist vorerst das Auffinden und Evaluieren von Projektumsetzungen innerhalb der DACH-Region.
In einer zweiten Projektphase werden praktische “Macher-Tools” für zukünftige Vorhaben formuliert und Skizzen für konkrete Realisierungsprojekte entwickelt und beschreiben.

In Deutschland ist einerseits systemisch noch Verbesserungsbedarf bei der Eingliederung von Neuankömmlingen, aber auch kleine, lokale Initiativen leisten einen wertvollen Beitrag. Diesen Initiativen gilt es nun eine politische Dimension zuzuführen, ihre Erfolgswahrscheinlichkeiten zu verbessern und ihre Anzahl zu fördern.

Wir sagen herzlich willkommen und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren neuen Partnern MORE THAN SHELTERS und auf die Ergebnisse der Arbeit.

Verwandte Projekte: Junges integratives Wohnen in München

Zwei neue Projekte in München möchten jungen Menschen mit und ohne Fluchthintergrund neue Wohnperspektiven bieten. Diese inspirierenden Konzepte zeigen, dass Wohnen nicht nur Wohnen ist. Hier finden die Bewohner direkt und indirekt Hilfe beim Start in ihr (neues) Leben.

Weil hier Wohnen mit Sozialbetreuung und Integration auf gelungene Weise miteinander verknüpft wird, werden diese Projekte im Folgenden vorgestellt:

 

Junges Quartier Obersendling

Quelle: GEG German Estate Group AG

Quelle: GEG German Estate Group AG

In einem großen, derzeit leerstehenden Gewerbekomplex an der U-Bahn »Machtelfingerstraße« soll einerseits Büroraum geschaffen, andererseits die Unterbringung junger Menschen möglich werden.

Gleichzeitig soll aber auch ein Bildungs-, Begegnungs- und Kulturzentrum entstehen, welches bundesweit zu einem Integrationsprojekt mit Vorbildcharakter werden kann. So ist neben Bildungs- und Integrationsmaßnahmen für junge geflüchtete Menschen auch deren Unterbringung
auf dem Gelände im Kontext der Unterbringung anderer junger Menschen in Ausbildung oder im Studium geplant. Offene jugendbezogene und kulturelle Maßnahmen sollen dabei den Stadtteil und die Stadtgesellschaft aktiv mit einbinden.

Quelle: GEG German Estate Group AG

Durch die Anbindung vielfältiger Angebote an den Campus kristallisiert sich der inklusive, integrative und (berufs)bildende Charakter eines jungen Quartiers

besonders heraus. Neben der vorübergehenden Situierung der städtischen Schulanlage Luisenstraße mit ihren Werkstätten, Angeboten zur beruflichen Orientierung, Sprach- und Integrationskursen, dem Café Netzwerk des Kreisjugendrings, der Situierung von buntkicktgut, dem Musikunterrichtsangebot Mikado und anderen Angeboten der Initiativgruppe München e. V wird der Trägerkreis Junge Flüchtlinge e. V. mit der SchlaU-Schule, dem Nachbetreuungsprogramm und der SchlaU-Werkstatt für Migrationspädagogik in die Mitte des Campus einziehen.  Eine Kantine als sozialer Ausbildungsbetrieb vervollständigt diesen Begegnungsort.

 

YIL – Young Independent Living

Das bereits eröffnete YIL ist eine sozialpädagogisch begleitete Wohnform für junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren. Neben der Bereitstellung von Wohnraum, werden die Bewohner/-innen bei der schulischen oder beruflichen Ausbildung, beim Studium, der Eingliederung in die Arbeitswelt und der sozialen Integration unterstützt.

Bei der einen Zielgruppe handelt es sich um junge Menschen bis 25 Jahre mit und ohne Fluchthintergrund; diese wurden vor ihrem Wechsel in das Wohnheim in einer Einrichtung der Jugendhilfe intensiv betreut. Neben der Bereitstellung von Wohnraum werden die Bewohnerinnen und Bewohner bei der Ausbildung, beim Studium, der Eingliederung in die Arbeitswelt und der sozialen Integration bei Bedarf sozialpädagogisch betreut.

Quelle: Diakonie Jugendhilfe OBB

Die zweite Zielgruppe sind Nachwuchskräfte der Stadt. Da in der Planungsphase längst nicht so viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in München ankamen, wie ursprünglich erwartet wurde, haben sich Spielräume bei der Nutzung eröffnet. Durch das Zusammenwohnen von Auszubildenden und jungen Geflüchteten ergeben sich spannende Synergieeffekte.

Bei aller Unterschiedlichkeit der Zielgruppen, die das Wohnheim an der Ottobrunner Straße bevölkern, weisen sie doch etliche Gemeinsamkeiten auf: Es handelt sich meist um junge Menschen im ungefähr gleichen Alter, mit vergleichbaren Interessen und vergleichbarer Lebenslage. Alle befinden sich in Ausbildung, und so wie die jungen Flüchtlinge dabei sind, sich in ihrer neuen Heimat zu integrieren, so geht es auch für die Auszubildenden der Stadt darum, sich in München einen neuen Lebensmittelpunkt aufzubauen. Unter dem Strich: eine Chance für modellhaftes Zusammenleben.

 

Wesentlich an diesen beiden Ansätzen ist, dass sie die Bedeutung von Betreuung und Eingliederung als Bestandteil der Unterbringung verstehen. Insbesondere bei jungen Menschen und bei Migranten, die sich in einer neuen Umgebung und/oder einem neuen Lebensabschnitt zurecht finden müssen, ist es wichtig, den sozialpädagogischen Aspekt des Wohnens zu berücksichtigen.

Buchempfehlung: Bezahlbar. Gut. Wohnen.

Wohnen ist ein Grundbedürfnis, das immer noch für viele Menschen in allen Regionen der Welt nicht oder nur unzureichend gedeckt wird. Architektur und Städtebau können einen entscheidenden Beitrag leisten, neue Lösungsansätze zu finden, um das Angebot von Wohnraum für alle sicherzustellen.

In der neu erschienenen Publikation Bezahlbar. Gut. Wohnen. von Klaus Dömer, Hans Drexler und Joachim Schultz-Granberg, werden Strategien für günstigen Wohnungsbau, best practice Beispiele und eine genaue Analyse der Muster bezahlbaren Wohnens aufgezeigt.

Unter den Beispielen werden das Hotel MagDas von AllesWirdGut Architekten und andere soziale Bauprojekte vorgestellt, die kostengünstiges Design, soziale Integration und hohe architektonische Qualität vereinen.

Das Buch ist im jovis Verlag erschienen und hier erhältlich. Wir wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre.

Bezahlbar. Gut. Wohnen.

Bezahlbar. Gut. Wohnen.   
Klaus Dömer, Hans Drexler und Joachim Schultz-Granberg

 

Neues Wohnprojekt: ‚Dantebad‘ in München

In München ist Wohnraum im deutschlandweiten Vergleich besonders knapp und teuer, dies setzt Einheimische und anerkannte Flüchtlinge unter Druck. Die städtische Offensive ‚Wohnen für Alle‘ möchte dies ändern und schnell bezahlbaren und qualitätsvollen Wohnraum schaffen.

Im Oktober feierte das erste Projekt der Initiative Richtfest. Am Dantebad im Stadtteil Moosach errichtet die Wohnungsbau-Gesellschaft Gewofag derzeit einen Neubau mit etwa 100 Kleinstwohnungen, die Hälfte davon ist für anerkannte Geflüchtete vorgesehen. Ende 2016 soll der Bau bereits vollendet sein.

 

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Visualisierung Gewofag

Der Platz für diese Konstruktion wird einem Parkplatz abgewonnen, über dem das Gebäude auf Stelzen aufgebaut ist ohne dessen Funktion zu stören. Dies ist ein revolutionärer Prototyp zur Nachverdichtung deutscher Städte, denn durch die Stelzenkonstruktion kann der hohe Grundstückspreis beim Wohnungsbau in großen Metropolen umgangen werden.

Zum Richtfest des Gebäudes kamen neben dem Oberbürgermeister Münchens, Dieter Reiter, auch Vertreter von Supermarkt-Ketten, deren innerstädtische Parkplätze sich ebenfalls zur Überbauung eignen. Es wird erhofft, dass das Projekt Nachahmung auf öffentlichen und privaten Parkplätzen findet und dass so mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann.

Das Amt für Wohnen und Migration wird die Hälfte der neuen Wohnungen an anerkannte Flüchtlinge vergeben, wobei auf einen ausgewogenen Anteil an Männer, Frauen und unterschiedlichen Altersklassen geachtet werden wird. Durch die Mischung mit Nachbarn ohne Fluchthintergrund wird eine bessere Integration und höhere Akzeptanz des Projekts erwartet.

Das Modellprojekt Dantebad liefert einen wertvollen Diskussionsbeitrag zu aktuellen Fragen des Städtebaus, der Architektur und der Unterbringung von Geflüchteten. Es vereint mehrere vielversprechende Ansätze: die doppelte Nutzung von bereits versiegelten Flächen, die schnelle, günstige und qualitätsvolle Konstruktion, sowie die soziale Durchmischung der zukünftigen Bewohner können zum Erfolgsrezept für ähnliche Projekte werden.