Neues vom Workshop ‚A Neighbourhood Living Room‘

Die Bewohner des Hauses Abtswoude Bloeit sind begeistert von den Entwürfen aus dem Home not Shelter!-Workshop ‚A Neighbourhood Living Room‚, bei dem ein interdisziplinäres Team innerhalb nur eines Tages Ideen und Prototypen für einen Begegnungsort geschaffen hat.

Der Design/Build-Workshop wurde im Rahmen des Stadmakerscongres 2017 angeboten.
In Phase 1 wurde einen Tag lang im Team analysiert und geplant.
Am 22. November 2017 startet Phase 2: die Umsetzung der Ideen. Eine Woche lang haben die Workshopteilnehmer Zeit, ihre Ideen zu bauen. Unterstützt werden sie dabei von Studierenden der TU Delft, der Organisation
SHS Delft und der Stiftung PerspeKtief.

Interessierten jeder Fachrichtung steht eine Teilnahme weiterhin offen!
Anmeldungen bitte über maarten@veldacademie.nl.

Der werkraum: Selbstbau und kollaborative Gestaltungsprozesse als neue Wege des interkulturellen Miteinanders

Mit Sitzbänken und Hochbeeten werden die Außenbereiche der Unterkünfte gestaltet, um sie zu Aufenthaltsorten zu machen (Foto: Barbara Lersch).

Der werkraum entstand aus einer Kooperation der Hans Sauer Stiftung mit der Akademie der Bildenden Künste München. Ziel ist einerseits ein Beschäftigungsangebot für die BewohnerInnen zu schaffen, andererseits die bestehende Infrastruktur in Asylunterkünften durch die gemeinsame Gestaltung aufzuwerten. Darüber hinaus soll der werkraum den Teilnehmenden auch berufliche Perspektiven eröffnen, indem sie handwerkliche Qualifikationen erlangen und diese nach einer regelmäßigen Teilnahme auch bescheinigt bekommen.

 

Lädt zum Nachmachen ein: Die werkraum-Bank (Foto: Barbara Lersch).

Die Initiative geht auf eine – zunächst als einmalig konzipierten – kollaborative Möbelbau-Aktion von Studierenden und Geflüchteten im Februar 2016 zurück. Nach zahlreichen positiven Rückmeldungen wurde beschlossen, die Initiative als regelmäßiges Angebot zu etablieren. Der werkraum fand zunächst in einer provisorischen Unterkunft für bis zu 1000 geflüchtete Personen sein Zuhause, die sich in einem ehemaligen Autohaus mitsamt Werkstätten befand.

Die Ausstattung war notdürftig und reichte gerade aus, um die grundlegendsten Bedürfnisse zu decken: Schlafen, Essen und Waschen. Darüber hinaus gab es keinen Raum, um sich aufzuhalten oder auszutauschen. Das Potential für Verbesserungen war also groß. Im März 2016 entstanden in einer der leer stehenden Werkstätten in einem kollaborativen Bauprozess Sitzgelegenheiten für den Außenraum, Fußballtore, Regale und andere bis dahin fehlende Einrichtungsgegenstände.

Anfang 2017 wurde der werkraum Nr. 2 auf 64m² Arbeitsfläche mit zwei großen Arbeitsbänken und verschiedenen Handwerkzeugen eingerichtet (Foto: Barbara Lersch).

Es bildete sich zunehmend eine feste Gruppe, die das Angebot des werkraums in Anspruch nahm. Nach vier Monaten schloss die Unterkunft wieder, die Idee des werkraums wurde aber nicht aufgegeben und Anfang 2017 erneut realisiert.

In einer Unterkunft im Münchner Süden öffnet der werkraum nun jeden Freitag für vier Stunden seine Türen. Der Alltag des werkraums ist geprägt von Unvorhersehbarkeit: wer kommt, wie viele kommen, wo geht es hin, was wird gebraucht und wie wird es realisiert? Es bleibt spannend!

Auch mit im Repertoire: Die werkraum-Garderobe (Foto: Barbara Lersch).

 

Das werkraum-Team beim Ausbau einer Turnhalle (Foto: Barbara Lersch).

 

 

Integratives Wohnen in der Praxis: Zu Besuch im YIL München

Am 23. März 2017 war die Hans Sauer Stiftung, Kooperationspartner im Home not Shelter!-Team, zu Gast in der Diakonie-Einrichtung Young Independent Living (YIL) im Münchner Osten.

Das YIL befindet sich in einem ehemaligen Apartment-Hotel, welches aus zwei Häuserblocks und einem großen Garten mit Fussball- und Grillplatz besteht. Die Einrichtung des Hotels wurde zu großen Teilen übernommen und macht die Atmosphäre der Räumlichkeiten aus.

Das Angebot des sozialpädagogisch begleiteten Wohnens richtet sich gleichermaßen an junge Erwachsene mit und ohne Fluchthintergrund. Die Belegung der Zimmer ist mittlerweile zum größeren Teil erfolgt. Hier einige Impressionen des Besuchs:

 

 

Ein verwandtes Projekt: Das Hoffnungshaus

Die Hoffnungsträger Stiftung entwickelt mit dem Hoffnungshaus eine Initiative für integrative Wohnformen für Menschen mit und ohne Fluchthintergrund. Auf der Grundlage modularer Bauweise aus Holz sollen schnelle, flexible, nachhaltige und reproduzierbare Hoffnungshäuser entstehen, die sozialen Austausch ermöglichen. Darüber hinaus sollen Fachkräfte und Ehrenamtliche das Ankommen unterstützen. Das Angebot der Hoffnungshäuser richtet sich an unterschiedliche Interessenten, wie zum Beispiel gemeinnützige Organisationen oder Kommunen. Derzeit entstehen bereits sechs Hoffnungshäuser in Baden-Württemberg, davon drei in Esslingen.

Die Hoffnungshäuser entstehen in modularer Holzbauweise (Bild: Hoffnungsträger)

Die Minimierung der Flurflächen soll maximalen Wohnraum ermöglichen (Bild: Hoffnungsträger)