Ein verwandtes Projekt: Das Hoffnungshaus

Die Hoffnungsträger Stiftung entwickelt mit dem Hoffnungshaus eine Initiative für integrative Wohnformen für Menschen mit und ohne Fluchthintergrund. Auf der Grundlage modularer Bauweise aus Holz sollen schnelle, flexible, nachhaltige und reproduzierbare Hoffnungshäuser entstehen, die sozialen Austausch ermöglichen. Darüber hinaus sollen Fachkräfte und Ehrenamtliche das Ankommen unterstützen. Das Angebot der Hoffnungshäuser richtet sich an unterschiedliche Interessenten, wie zum Beispiel gemeinnützige Organisationen oder Kommunen. Derzeit entstehen bereits sechs Hoffnungshäuser in Baden-Württemberg, davon drei in Esslingen.

Die Hoffnungshäuser entstehen in modularer Holzbauweise (Bild: Hoffnungsträger)

Die Minimierung der Flurflächen soll maximalen Wohnraum ermöglichen (Bild: Hoffnungsträger)

 

Die Bibliothek ‚بيناتنا. Between Us‘ hat eröffnet

Im Vergangenen Semester entwarfen Architekturstudierende der Technischen Universität Berlin im Rahmen eines Home not Shelter!-Projekts die Einrichtung für Baynetna – eine arabisch-deutsche Bibliothek in einer Asylunterkunft.

Dabei bekamen die Studierendengruppen jeweils Unterstützung eines/r jungen Geflüchteten, der/die sich für das Architekturstudium interessiert und während des Semesters fester Teil des Entwurfsteams wurde.

Die Studierenden haben passgenau für die Bedürfnisse von „Baynetna” Regale, Tische, Stühle gebaut. Alles ist roll- und wandelbar. Die Regale haben ein Teppichfach und einen Kissenschutz – und erlauben so die Kombination der arabischen und europäischen Sitz- und Lesekultur: Die einen rollen sich ihren Teppich aus und machen es sich mit Kissen gemütlich, die anderen nehmen an Tischen Platz. Wird zu einer Lesung eingeladen, dann werden die Tische zu einer kleinen Bühne umgebaut – und die Bibliothek wandelt sich zu einem Veranstaltungsort.

Auch die Teppiche im Salon wurden von Freiwilligen Helfern selbst gewebt und sorgen für eine gemütliche Stimmung.

Die Bibliothek und Kulturbegegnungsstätte hat nun feierlich eröffnet, jeder ist herzlich eingeladen, vor Ort zu lesen, zu verweilen, sich auszutauschen und Tee zu trinken.

Adresse:

Stresemannstr 95/97
Berlin

 

Die Öffnungszeiten sind:

Montag bis Mittwoch
GESCHLOSSEN
Donnerstag
10.00 – 18.00 Uhr
Freitag
10.00 – 18.00 Uh
Samstag
12.00 – 18.00 Uhr
Sonntag
12.00 – 18.00 Uhr

Wer noch keinen Bibliotheksausweis hat, bitte kurz anrufen, sobald er/sie vor der Tür steht: 0152 08 68 24. 13.

Mehr Infos:

بيناتنا. Between Us bei Facebook

Presse: Die Deutsche Bauzeitung über Hawi

Wir bedanken uns bei der deutschen bauzeitung für einen schönen Artikel über das Hawi-Haus und den Beitrag von Home not Shelter!

 

»Wir haben uns getraut«, sagen die vier Traudis. »Und so ist nach einigen Monaten ein Stück Architektur entstanden, das beweist, dass Bauen nicht nur mit Plänen zu tun hat, sondern auch mit zwischenmenschlichen Kontakten. Dieses Projekt ist ein Statement dafür, dass das Berufsbild des Architekten angesichts der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Umstände neu definiert werden muss.«

 

Den ausführlichen Bericht kann man auf der Internetseite der deutschen bauzeitung nachlesen.

Verwandte Projekte: Junges integratives Wohnen in München

Zwei neue Projekte in München möchten jungen Menschen mit und ohne Fluchthintergrund neue Wohnperspektiven bieten. Diese inspirierenden Konzepte zeigen, dass Wohnen nicht nur Wohnen ist. Hier finden die Bewohner direkt und indirekt Hilfe beim Start in ihr (neues) Leben.

Weil hier Wohnen mit Sozialbetreuung und Integration auf gelungene Weise miteinander verknüpft wird, werden diese Projekte im Folgenden vorgestellt:

 

Junges Quartier Obersendling

Quelle: GEG German Estate Group AG

Quelle: GEG German Estate Group AG

In einem großen, derzeit leerstehenden Gewerbekomplex an der U-Bahn »Machtelfingerstraße« soll einerseits Büroraum geschaffen, andererseits die Unterbringung junger Menschen möglich werden.

Gleichzeitig soll aber auch ein Bildungs-, Begegnungs- und Kulturzentrum entstehen, welches bundesweit zu einem Integrationsprojekt mit Vorbildcharakter werden kann. So ist neben Bildungs- und Integrationsmaßnahmen für junge geflüchtete Menschen auch deren Unterbringung
auf dem Gelände im Kontext der Unterbringung anderer junger Menschen in Ausbildung oder im Studium geplant. Offene jugendbezogene und kulturelle Maßnahmen sollen dabei den Stadtteil und die Stadtgesellschaft aktiv mit einbinden.

Quelle: GEG German Estate Group AG

Durch die Anbindung vielfältiger Angebote an den Campus kristallisiert sich der inklusive, integrative und (berufs)bildende Charakter eines jungen Quartiers

besonders heraus. Neben der vorübergehenden Situierung der städtischen Schulanlage Luisenstraße mit ihren Werkstätten, Angeboten zur beruflichen Orientierung, Sprach- und Integrationskursen, dem Café Netzwerk des Kreisjugendrings, der Situierung von buntkicktgut, dem Musikunterrichtsangebot Mikado und anderen Angeboten der Initiativgruppe München e. V wird der Trägerkreis Junge Flüchtlinge e. V. mit der SchlaU-Schule, dem Nachbetreuungsprogramm und der SchlaU-Werkstatt für Migrationspädagogik in die Mitte des Campus einziehen.  Eine Kantine als sozialer Ausbildungsbetrieb vervollständigt diesen Begegnungsort.

 

YIL – Young Independent Living

Das bereits eröffnete YIL ist eine sozialpädagogisch begleitete Wohnform für junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren. Neben der Bereitstellung von Wohnraum, werden die Bewohner/-innen bei der schulischen oder beruflichen Ausbildung, beim Studium, der Eingliederung in die Arbeitswelt und der sozialen Integration unterstützt.

Bei der einen Zielgruppe handelt es sich um junge Menschen bis 25 Jahre mit und ohne Fluchthintergrund; diese wurden vor ihrem Wechsel in das Wohnheim in einer Einrichtung der Jugendhilfe intensiv betreut. Neben der Bereitstellung von Wohnraum werden die Bewohnerinnen und Bewohner bei der Ausbildung, beim Studium, der Eingliederung in die Arbeitswelt und der sozialen Integration bei Bedarf sozialpädagogisch betreut.

Quelle: Diakonie Jugendhilfe OBB

Die zweite Zielgruppe sind Nachwuchskräfte der Stadt. Da in der Planungsphase längst nicht so viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in München ankamen, wie ursprünglich erwartet wurde, haben sich Spielräume bei der Nutzung eröffnet. Durch das Zusammenwohnen von Auszubildenden und jungen Geflüchteten ergeben sich spannende Synergieeffekte.

Bei aller Unterschiedlichkeit der Zielgruppen, die das Wohnheim an der Ottobrunner Straße bevölkern, weisen sie doch etliche Gemeinsamkeiten auf: Es handelt sich meist um junge Menschen im ungefähr gleichen Alter, mit vergleichbaren Interessen und vergleichbarer Lebenslage. Alle befinden sich in Ausbildung, und so wie die jungen Flüchtlinge dabei sind, sich in ihrer neuen Heimat zu integrieren, so geht es auch für die Auszubildenden der Stadt darum, sich in München einen neuen Lebensmittelpunkt aufzubauen. Unter dem Strich: eine Chance für modellhaftes Zusammenleben.

 

Wesentlich an diesen beiden Ansätzen ist, dass sie die Bedeutung von Betreuung und Eingliederung als Bestandteil der Unterbringung verstehen. Insbesondere bei jungen Menschen und bei Migranten, die sich in einer neuen Umgebung und/oder einem neuen Lebensabschnitt zurecht finden müssen, ist es wichtig, den sozialpädagogischen Aspekt des Wohnens zu berücksichtigen.