Stadtansichten: „Wohnungsbau als Social Design“

 

Die Vortragsreihe ‚Stadtansichten‘ der FH Münster und der MSA | Münster School of Architecture ist in diesem Jahr dem Thema „Prozesse, Agenten und Konstellationen: Wohnungsbau als Social Design“ gewidmet.

Home not Shelter!-Mitglied und Architekt Alexander Hagner wird am Eröffnungstag, dem 3. Mai 2017, über seine stark vom sozialen Aspekt geprägten Projekte sprechen.

 

 

Die Vortragsreihe behandelt neue architektonische und gesellschaftliche Modelle des Wohnens und geht der Frage nach der Beziehung zwischen Architekten und Bewohnern nach. Baugruppen und -genossenschaften, neue Grundrisse und politische Aspekte werden an vier Terminen im Mai und Juni 2017 am Leonardo-Campus der Hochschule Münster besprochen.

Der Eintritt ist frei.
Mehr dazu auf: www.stadtansichten.net

 

“Social Scale” Symposium zur Ausstellung Making Heimat.

Das Symposium Social Scale im Deutschen Architekturmuseum, unter anderem präsentiert von Home not Shelter!, befasste sich im März 2017 mit nationalen und internationalen Projekten zum Thema „Making Heimat“. Mit Bauprojekten also, die Migranten das Ankommen an ihrem neuen Wohnort erleichtern sollen.

Alle Vorträge und Diskussionsrunden sind nun online abrufbar und als Video anzusehen. Dafür wurde ein Kanal auf den YouTube-Account von ‚Making Heimat‘ eingerichtet.
Die insgesamt 15 Videos umfassen Fallbeispiele von Architekten, Vorträge von Soziologen, Migrationsforschern und Stadtplanern, sowie einen Ausblick auf die Zukunft durch den Autor Doug Saunders (‚Arrival City, Pantheon Verlag‘).

Integratives Wohnen in der Praxis: Zu Besuch im YIL München

Am 23. März 2017 war die Hans Sauer Stiftung, Kooperationspartner im Home not Shelter!-Team, zu Gast in der Diakonie-Einrichtung Young Independent Living (YIL) im Münchner Osten.

Das YIL befindet sich in einem ehemaligen Apartment-Hotel, welches aus zwei Häuserblocks und einem großen Garten mit Fussball- und Grillplatz besteht. Die Einrichtung des Hotels wurde zu großen Teilen übernommen und macht die Atmosphäre der Räumlichkeiten aus.

Das Angebot des sozialpädagogisch begleiteten Wohnens richtet sich gleichermaßen an junge Erwachsene mit und ohne Fluchthintergrund. Die Belegung der Zimmer ist mittlerweile zum größeren Teil erfolgt. Hier einige Impressionen des Besuchs:

 

 

Das Modellprojekt Berg am-Laim-Straße der Stadt München

Ein Modellprojekt der Stadt München für Menschen, die auf dem angespannten Wohnungsmarkt normalerweise keine Chance haben, wird am 10. April bezogen. Es handelt sich hierbei um eine Unterkunft für bis zu 330 Geflüchtete mit Aufenthaltserlaubnis, große Familien oder alleinstehende Jugendliche, die zur Schule gehen, in der Ausbildung sind oder studieren; zur Zielgruppe gehören auch ehemalige Übersetzer für Afghanisch in Diensten der Bundeswehr und alte oder behinderte Flüchtlinge, die auf eine barrierefreie Umgebung angewiesen sind.

Foto: Angelika Bardehle

Neben verschiedenen Wohngruppen wird es in dem ehemaligen Leerstandsgebäude einen Dachgarten geben, in dem die Bewohner selbst Gemüse anpflanzen können, einen Basketballplatz, Spielgeräte, sowie Konferenz- und Besprechungsräume im Erdgeschoss, die von externen Gruppen aus dem Stadtteil und von einer angrenzenden Schule mitgenutzt werden können.

„Wir müssen aus dem Krisenmanagement herauskommen und wieder gestalten“, sagt Rudolf Stummvoll, der Leiter des städtischen Amtes für Wohnen und Migration. Durch die Vernetzung mit dem Quartier und die Durchmischung der Bewohnergruppen ergeben sich viele Chancen für die Integration der neuen Nachbarn.

Ein direkter Kontakt mit dem Gebäude und den dort lebenden Geflüchteten baut Barrieren und Unsicherheiten ab. Es kommt so leichter zu Begegnungen und zum Austausch.

Foto: Alessandra Schnellnegger

Durch das Zusammenleben von jungen und älteren Geflüchteten wird sich auch ein Synergieeffekt erhofft: die Jungen profitieren von dem Familienanschluss in ihrer Nähe und können zugleich Vorbilder und Ansprechpartner für die Familien sein, da sie  oft schneller Deutsch lernen und Zugang zum Arbeitsmarkt finden. Auch die pflegebedürftigen Bewohner könnten Unterstützung im Haus bekommen.

 

Wir begrüßen, dass bei dieser Unterkunft Themen wie soziale Durchmischung, besondere Bedürfnisse der Geflohenen, Sport und Freizeit, sowie ein Öffentliches Angebot für die Nachbarschaft berücksichtigt wurden. Derart geplante Unterkünfte bergen das Potenzial, in der Stadt nicht als Fremdkörper, sondern als gesellschaftlicher Baustein wahrgenommen zu werden. So kann ein Quartier zusammenwachsen und Integration gelingen.