Home not Shelter! bei »Die koproduzierte Stadt«: Die Dokumentation

Gemeinsam mit der Hans Sauer Stiftung veranstaltete die IBA Heidelberg am 11. und 12. Oktober 2016 unter dem Titel »Die koproduzierte Stadt« eine internationale Fachtagung. Mit dabei waren Home not Shelter!, sowie andere Experten aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und den USA, aus Architektur, Stadtplanung, Wirtschaft und Wissenschaft. Mit Beispielen von digitalen Stadtmodellen über Social Design Projekte mit Geflüchteten bis hin zu Stadtmöbeln, die zum Mitmachen einladen, wurde Heidelberg für zwei Tage zum Diskussionsraum über diese Haltungswende.

Eine Dokumentation dieser Fachtagung ist nun online einzusehen. Die Vorträge der Home not Shelter!-Professoren Hans Drexler und Alexander Hagner finden sich aufbereitet und illustriert in dem von der IBA veröffentlichten Prospekt. Mit dabei sind auch unsere Partner von AllesWirdGut Architektur mit ihrem Projekt magdas HOTEL und viele andere Experten zum Thema Stadtentwicklung in Gemeinschaft.

Insgesamt ist die Broschüre ein gelungenes Handbuch zum Thema ‚Koproduktion von Stadt‘. Die einleitenden Worte von Klaus Selle (RTWH Aachen) und Jale Tosun (Universität Heidelberg) geben einen guten Überblick zum Thema. Die vielen Beispiele illustrieren und verstärken die Kernthesen der Veranstaltung.

Alle Infos zum IBA_LAB N°4 »Die koproduzierte Stadt« gibt es auf http://www.iba.heidelberg.de/deutsch/veranstaltungen/kalender/iba_lab-n4.html.

 

Startblok Riekerhaven

Die Kernidee von Home not Shelter!, kulturell gemischte Unterkünfte zu bauen um Integrationsschwierigkeiten zu überwinden, wird von vielen Projekten europaweit geteilt. Ein besonders gelungenes soll heute vorgestellt werden: Startblok Riekerhaven.

Startblok ist ein niederländisches Wohnprojekt, bei dem junge Geflüchtete mit Aufenthaltserlaubnis und junge Niederländer zusammen wohnen. In Studios oder WGs leben sie Tür an Tür und teilen sich die gemeinschaftlichen Aufenthaltsräume und Freiflächen.

Der Name, Startblok, beinhaltet die Idee, den jungen Menschen einen guten ‚Start‘ ins Leben zu ermöglichen. Egal, ob sie aus der Gegend kommen oder von weither geflohen sind. Zusammen sollen die Bewohner ihre Zukunft in Riekerhaven gestalten und beginnen.

 

 

Durch ‚Selbstmanagement‘ und ‚Eigenorganisation‘ werden die jungen Menschen dazu inspiriert, Verantwortung zu übernehmen und eine Gemeinschaft zu bilden. Die günstigen Mieten werden unter anderem dadurch gewährleistet, dass sich die Bewohner selbst um das Gebäude und das Gelände kümmern.

Eine Eigeninitiative der Bewohner sind auch die vielen gemeinsamen Aktivitäten in der Unterkunft: Fußball-Turniere, Joggen, Feste, Sprachabende und vieles mehr wird im Startblok organisiert, wodurch Freundschaften, ein Gemeinschaftsgefühl und eine schnelle und natürliche Integration der Geflüchteten vorangetrieben werden. Jeder ist dazu eingeladen, selbst Vorschläge zu machen.

In ihrem Blog berichten die verschiedenen Bewohner in kurzen Geschichten über ihr alltägliches Leben in Startblok Riekerhaven. So bekommt man einen sehr gefühlvollen Einblick in die gesellschaftlichen Dynamiken eines so besonderen Ortes.

 

 

Das Projekt erhält viel Aufmerksamkeit, sagt PR-Sprecherin Fleur Eymann. Sowohl von den Medien, als auch erfreulicherweise von Projektplanern und Politikern in ganz Europa.

Die Entwicklung, dass sich die Betreiber von Unterkünften für Geflüchtete mehr und mehr Gedanken darüber machen, wie diese gut und einfach in die Gesellschaft vor Ort eingegliedert werden können, ist begrüßenswert. Startblok Riekerhaven bringt viele neue Ideen in die Debatte mit ein und ist somit ein wichtiges und bemerkenswertes Projekt.

 

Social Scale – SYMPOSIUM ZUR AUSSTELLUNG MAKING HEIMAT. GERMANY, ARRIVAL COUNTRY

Home not Shelter! unterstützt das Symposium Social Scale im Deutschen Architekturmuseum am 3. März 2017.

 

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In dem ganztägigen Symposium zum Thema Wohnen und Migration werden nationale und internationale Projekte zum Thema „Making Heimat“ vorgestellt. Bauprojekte also, die Migranten das Ankommen an ihrem neuen Wohnort erleichtern sollen.

Schwerpunkte sind dabei die Skalierbarkeit, das Integrationspotential und die langfristige Nutzung der Bauten. Außerdem werden Fragen diskutiert, wie: ‚Wie viel Integrationspotential haben unterschiedliche Standorte in Großstädten, Klein-
städten, Stadtteilen und auf dem Land?‚ und ‚Was sind die baulichen aber auch
gesellschaftlichen Voraussetzungen, damit Integration gelingen kann?‘

Mit dabei sind viele Arbeiten aus dem Home not Shelter!-Netzwerk, wie der Design Build-Entwurf Gemeinschaftshaus Spinelli der TU Kaiserslautern und das Projekt am Dantebad von Florian Nagler. Die Architekten selbst werden ihre Gebäude vorstellen. Auch internationale Architekten und Initiativen werden am Symposium teilnehmen, sowie Soziologen, Migrationsforscher und Stadtplaner.

 

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Doug Saunders, der Autor von „Arrival City“ und Mitentwickler der Ausstellung „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ (Deutschlands Beitrag zur Architekturbiennale in Venedig 2016) wird einen Ausblick auf die Zukunft geben und hält zum Abschluss des Symposiums einen Vortrag mit dem Titel: „Die neue Völkerwanderung — Arrival City“.

Die Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country ist vom 4. März  bis zum 10. September 2017 im Deutschen Architekturmuseum DAM in Frankfurt am Main zu sehen.

 

Anmeldung

Die Anmeldung zum Symposium erfolgt über diese Email-Adresse: info@makingheimat.de

Broschüre

Social Scale – Symposium zur Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country (PDF, 238 KB)

Home not Shelter!-Partner gewinnt Design Build Preis

Das studentische Design Build Projekt Landwirtschaftsschule Bella Vista Bolivia wurde mit dem diesjährigen Designpreis für das Gemeinwohl des Design Corps, des Social Economic Environmental Design (SEED)-Netzwerks und der designbuildXchange-Plattform ausgezeichnet.

Home not Shelter!-Partner Professor Ralf Pasel von der Technischen Universität Berlin und 40 seiner Architekturstudenten entwarfen und bauten die Schule und ein zugehöriges Internat in den vergangenen Jahren gemeinsam in Bolivien mit Kooperationspartnern vor Ort.

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Der Campus, auf dem jungen Menschen eine berufliche Perspektive auf dem Land geboten wird, wird zu einem Innovationszentrum im Bereich der integralen Berufsausbildung, Wasser- und Abfallmanagement und der ökologischen, tiergerechten Landwirtschaft in der Region Cochabamba entwickelt.

Eine renommierte Jury lobte das Projekt für seine Nachhaltigkeit, seinen positiven Einfluss auf die Gemeinschaft und seine hohe Qualität.

Wir gratulieren zur Auszeichnung und freuen uns, dass Architekturstudierenden während ihrer Ausbildung die Möglichkeit geboten wird, an einem Design Build Projekt mit gesellschaftlicher Bedeutung teilzunehmen.

Alle Gewinner des diesjährigen Preises sind hier nachzulesen: https://seednetwork.org/2017-awards-winners/