Habibi Dome Hallschlag – es geht wieder los!

Nachdem der Habibi-Dome letztes Jahr drei Monate als “Sommerzelt” vor der GU Burgholzstraße stand und dort einen Ort für Austausch, Lernen und Begegnung schuf, ist er dieses Jahr wieder zu Gast im Hallschlag. Diesmal an einem zentraleren Ort im Stadtteil, auf der Grünfläche “Auf der Steig” vor der Nr. 83. Seit den erfolgreichen Aufbautagen in der ersten Juniwoche steht er dort für ganze fünf Monate, von Juni bis Ende September. 

Dabei bietet er Platz zum Spielen, Basteln, Lernen und Entdecken. Über den gesamten Sommer können Kinder, Jugendliche, Familien und Anwohner*innen in dem offenen Zelt vorbeischauen und kostenlos an den unterschiedlichen Angeboten teilnehmen, die von verschiedenen Akteur*innen aus dem Stadtteil gestaltet werden. Das Programm wird aufgrund von den momentanen Corona-Auflagen vor allem auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet sein.  

Das Programm wird vielfältig: von einer regelmäßigen Fahrradwerkstatt über Pflanzaktionen bis hin zu Druckwerkstätten und Spielangeboten finden die unterschiedlichsten Angebote statt. Dabei ist der Habibi Dome aber auch immer ein offener Ort, der eine Plattform für die Ideen der Menschen aus dem Hallschlag bieten soll. Falls ihr also Wünsche, Anmerkungen oder eigene Ideen habt, kommt immer gerne auf uns zu! Mail an: homenotshelter@hanssauerstiftung.de 

Woher kommt der Habibi Dome? 

Begonnen hat das Projekt in Griechenland mit der Idee, gemeinsam mit Menschen auf der Flucht in der offenen Werkstatt Habibi.Works einen selbstbestimmten Raum zu schaffen. Seitdem wurde der Habibi-Dome schon in vielen verschiedenen Kontexten aufgestellt. Bei all diesen Aktionen und Veranstaltungen spielten Augenhöhe, kollektiven Strategien und Open Source – als freier Zugang zu Information, Bildung und Technologie – eine zentrale Rolle. Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier

Habibi Dome wurde von Franziska Wirtensohn und Michael Wittmann initiiert. Als modulare Architektur, basierend auf Buckminster Fullers „Geodesic Dome“, wird der Habibi Dome zur zugleich flexiblen wie symbolischen Hülle für ein künstlerisches Projekt. Der Habibi Dome wird uns im Rahmen dieses Projektes dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Adaptiert und ergänzt wird dieser in Zusammenarbeit mit dem Team des Werkraumes. 

Wer steht hinter dem Habibi Dome Hallschlag?  

Koordiniert wird das Projekt von Home not Shelter! und dem Jugendmigrationsdienst im Quartier der AWO. Die diversen Angebote im Habibi Dome werden von den Projektpartner*innen im Hallschlag gestaltet: dem Aki Aktivspielplatz Dracheninsel, dem Mauganescht, dem NETZ Hallschlag und vielen weiteren. Finanziert wird das Projekt durch die Hans Sauer Stiftung und die Deutsche Postcode Lotterie.  

(c) Alle Bilder Home not Shelter!

„Plug-In“ – ein prototypisches Werkstattmodul

Im Mai 2017 schrieb Home not Shelter! einen freien, studentischen Entwurfswettbewerb an der TU Berlin aus. Innerhalb von sechs Wochen entstanden so neun Entwürfe für einen 60m² großen mobilen Werkstattanbau für Flüchtlingsunterkünfte.

Diese wurden am 23. Juni 2017 einer Home Not Shelter!-Jury, bestehend aus Prof. Hans Drexler (Jade Hochschule Oldenburg), Prof. Donatella Fioretti, Prof. Ralf Pasel und Max Hacke (TU Berlin) und Dr. Ralph Boch und Barbara Lersch (Hans Sauer Stiftung) präsentiert.

Der Wettbewerb brachte verschiedenste Ansätze hervor, so wurde der mobile Anspruch an die Werkstatt einmal mit einem Stecksystem, zum anderen mit modularen Ansätzen oder aber mit einer Jurte-artigen Struktur gelöst.

Den ersten Preis teilten sich gleich zwei Einreichungen: zum einen an Martin Kluge, Miriam Rieke und Pia Morast und ihr Projekt „Modularer Kreativraum“. Die Studenten entwarfen ein Modul in Rhombenform, das sich in unterschiedliche Zusammensetzungen zu verschiedenen Raumgrößen und auch Nutzungsformen verändern kann.

Der zweite Teil des ersten Preises ging an das Projekt „Join Station“ von Simon Lehmann, einem modularem System, mit dem man sehr flexibel Werkstätten in unterschiedlicher Größe aufbauen kann.

Den zweiten Preis erhielten Simon Büscher und Quirin Dilling mit ihrem Projekt „Hoch Modular“, ein Entwurf, der auf Grund seiner großzügig in die Höhe gedachten Struktur einen starken Kontrast zur Enge der Unterkünfte setzen will.

Ein dritter Platz ging an das Projekt „Steckling“ für die Idee, ein solches Werkstattmodul mit einem einfachen Holz-Stecksystem aufzubauen.

Der Wettbewerb war insgesamt mit 2.000 Euro dotiert.
HIER noch einmal die Auslobung des Wettbewerbs.

Home not Shelter! – Ein Besuch in Wien bei der Traudi-Summerschool

Im Herbst 2015 hat die Hans Sauer Stiftung das hochschulübergreifende Projekt Home not Shelter ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist es, Wohnlösungen für Studierende und Geflüchtete zu schaffen. In Wien wurde wie bereits hier berichtet, das Projekt „Traudi“ ins Leben gerufen. Eine Gruppe von Architekturstudierender der TU Wien baut  dafür in einem großen Bestandsbau, ehemals ein Firmensitz von Siemens, zwei Etagen Bürofläche in ein Studentenwohnheim für Flüchtlinge und Studierende um. Mit„Traudi“ sind hier schon seit Juli engagierte Studierende zu Gange, die ein System entwickelt haben, wie sie die kargen Büroräume zu lebenswerten Studentenzimmern wandeln können, die viel Freiheiten zum Mitgestalten lassen. So werden z.B. Teile der Böden entfernt, so dass Sitzecken und Stauräume entstehen, oder Balken durch das gesamte Zimmer gezogen, die es zulassen, selber zu wählen, wie man den Raum gestalten und nutzen möchte. So soll dann gemeinsam mit den zukünftigen Bewohnern das finale Raumkonzept besprochen und umgesetzt werden. Jeder darf selbst entscheiden, ob er sein Bett gerne unter der Decke hätte und darunter einen Arbeitsbereich, den Schlafplatz doch lieber am Boden, dafür den Schreibtisch am Fenster usw… Den Möglichkeiten sind hier (fast) keine Grenzen gesetzt.

Zur Unterstützung der Wiener Studierenden sind im Rahmen einer Summerschool nun bereits seit Mitte September zehn Studierende der TU Berlin angereist, die sich mit den Gemeinschaftsflächen beschäftigen. Sie haben sich unterschiedliche Konzepte überlegt, wie man die  Zwischenräume, wahrscheinlich ehemals Konferenz- oder Besprechungszimmer, auf den Fluren umbauen und nutzen kann. Dabei spielte auch die optimale Nutzung der bestehenden Raumstrukturen sowie das Recycling von bestehenden Materialen eine Rolle wie z.B. von Bodenplatten, die durch das Traudi-Team entfernt worden sind, um in den Zimmern mehr Platz zu schaffen.

So entstehen zwei Aufenthaltsbereiche, die zum Verweilen, zum Relaxen aber auch zum Austausch und Miteinander einladen. Nachdem die erste Woche der Summerschool hauptsächlich dazu genutzt wurde, die in Berlin gemachten Entwürfe an die Gegebenheiten vor Ort an zu passen, wird nun seit zwei Tagen gebaut und man kann schon erahnen, wie individuell und gemütlich Aufenthaltsbereiche sein werden.

Ein weiterer Entwurf nutzt eine Gemeinschaftsfläche, die anfangs schwer zu nutzen schien, sehr vielseitig mit der Hilfe eines Supermöbels, welches sowohl als Werkbank oder Arbeitsfläche, Sitzplattform oder Kino genutzt werden kann.

Die Teilnehmer der Summerschool bauen nicht nur vor Ort sondern wohnen in den bereits fertiggestellten „Traudi“- Zimmern. Einige Flüchtlinge sind auch schon eingezogen und packen mit an. So entsteht ein buntes Miteinander, in dem jeder seine Wünsche und Vorstellungen von seinem neuen Zuhause einbringen kann. Bis zum 8. Oktober sollen die Bauarbeiten soweit abgeschlossen sein, damit passend zum Semesterstart auch alle weiteren Bewohner ihre Zimmer beziehen können. Die Caritas Wien betreut das Wohnheim – es sind noch Plätze frei, hier gehts zur Anmeldung!

“Kitchen on the Run” goes Wien – Helft mit!

Kochen verbindet! – Das hat das Team von Kitchen on the Run in den vergangenen Monaten auf sehr eindrucksvolle Weise bewiesen. Es ist mit ihrem Küchencontainer in fünf Städten in ganz Europa gewesen und hat dort an 73 Abenden mit etwa 2300 Menschen aus 73 Nationen gekocht. (Mehr zum Projekt und der Reise findet ihr hier: http://www.kitchenontherun.org/.)

Wir wollen, dass diese Reise weitergeht und auch die Wiener die Möglichkeit bekommen, gemeinsam zu kochen und zu genießen. Auch weil wir finden, dass das Wiener Projekt „Traudi“, in dem Studenten und Flüchtlinge gemeinsam dabei mithelfen, ein Bürogebäude im 10. Wiener Bezirk in ein Wohnheim für Studierende und Flüchtlinge umzubauen, kaum besser dazu passen könnte. Das Projekt entstand im Rahmen einer hochschulübergreifenden Initiative „Home not Shelter!“ zur Schaffung von Wohnraum für Studierende und Geflüchtete, welches die Hans Sauer Stiftung ins Leben gerufen hat. Zum gemeinsamen Bauen wird es zudem im September eine Summerschool geben, für die Studierende aus Berlin, Oldenburg und Delft anreisen. Zur Begleitung dieser Summerschool soll auch vom 25. September bis zum 8. Oktober 2016 der Container von Kitchen on the Run auf dem Gelände des Wohnheims stehen. Als Kantine für die fleißigen Bauer, als Tisch an dem die neuen und alten Bewohner des Viertels zusammen kommen und vielleicht auch als Ort, wo du deine Ideen und Rezepte verwirklichen kannst.

(c) kitchen on the run

Und nun kommt ihr in Spiel: Um den Transport und die Betreuung des Containers vor Ort zu gewährleisten, fehlen uns noch finanzielle Mittel und organisatorischer Support.

Helfen könnten ihr etwa, indem ihr eine „Patenschaftfür einen Kochabend im Container übernehmt oder fast noch wichtiger für den Transport spendet. Schreibt uns einfach eine E-Mail mit eurer Idee an b.lersch@hanssauerstiftung.de! Wir freuen uns über jegliche Unterstützung!